Legislator Giurisprudenza & Legislazione
BGE 114 III 60 Generato dall'IA

Forced Sale Adjudication Ends Executory Moratorium for Appeal Deadlines

Numero d'incarto BGE 114 III 60
Autorità giudiziaria
Giurisdizione Svizzera · Tribunale federale (TF / DTF) (CH)
Esito del giudizio Respinto (Dismissed)

Sintesi Legislator

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Forced Sale Adjudication Ends Executory Moratorium for Appeal Deadlines The Swiss Federal Court confirmed that once the forced sale (auction) is completed and the successful bid (adjudication) can no longer be challenged in enforcement proceedings for mortgaged properties, the executory moratorium period (Betreibungsferien) under Art. 56 No. 3 SchKG no longer applies. Therefore, for a debtor who learns of the distribution plan at the debt enforcement office during the moratorium, the ten-day period to file an appeal against the distribution plan begins to run immediately, not only after the moratorium ends. The court reasoned that in debt enforcement proceedings for mortgaged properties, the execution stage fundamentally safeguarding the debtor against enforcement actions is concluded after the sale and unchallengeable adjudication, meaning subsequent steps like the distribution of proceeds are administrative actions not covered by the moratorium provision intended to protect the debtor from enforcement pressure. Since the appellant received notice on September 21st, 1987, the appeal deadline expired on October 1st, 1987, rendering the appeal filed on October 7th, 1987, untimely.

Regesto Legislator

Ufficiale

Regeste Betreibungsferien (Art. 56 Ziff. 3 SchKG). Sobald in einer Betreibung auf Grundpfandverwertung die Steigerung durchgeführt ist und der Zuschlag nicht mehr angefochten werden kann, kommt Art. 56 Ziff. 3 SchKG nicht mehr zur Anwendung. Für den Schuldner, der während der Betreibungsferien auf dem Amt vom Verteilungsplan Kenntnis erhält, beginnt die Frist zur Erhebung einer Beschwerde deshalb nicht erst nach Ende der Ferien zu laufen.

Parole chiave

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realizzazione forzata di immobili termine di disdetta procedura esecutiva moratoria concordataria decorrenza del termine bando di espropriazione

Disposizioni normative citate

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Giurisprudenza citata

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Sentenze successive che citano questa decisione (26)

LP 25 5 (2025-03-13) · vs
Creditor's Appeal of Late Filing Deadline for Bankruptcy Estate Inclusion Dispute
«…organes de la faillite ne sont pas des actes de poursuite au sens de l’art. 56 al. 1 LP (ATF 149 III 179 consid. 4.1 ; 114 III 60 consid. 2b ; 96 III 74 consid. 1 ; 88 III 28 consid. 1 ; arrêt 5A_825/2015-5A_919/2015 du 7 mars 2016 consid. 3.2). 7.…»
15.2023.53 (2023-10-11) · ti
Creditor Appeal on Lien Rejected as Untimely; Insurer Appeal on Inventory Admission Deemed Inadmissible
«…mezzo degli attivi del debitore, e quindi a suo pregiudizio, perlomeno fino alla realizzazione di siffatti attivi (DTF 114 III 60 consid. 2/b, pag. 62); che dalla pronuncia del fallimento il debitore sia privo del diritto di disporre dei propri beni…»
BGE 149 III 179
«…Sinne von Art. 56 SchKG dar, womit die Vorschriften von Art. 56 und 63 SchKG im Konkurs nicht anwendbar sind ( BGE 114 III 60 E. 2b; BGE 96 III 74 E. 1; BGE 88 III 28 E. 1; Urteil 5A_825/2015 / 5A_919/2015 vom 7. März 2016 E. 3.2). Die Aufl…»
5A_790/2021 (2022-12-07)
«…Sinne von Art. 56 SchKG dar, womit die Vorschriften von Art. 56 und 63 SchKG im Konkurs nicht anwendbar sind ( BGE 114 III 60 E. 2b; 96 III 74 E. 1; 88 III 28 E. 1; Urteil 5A_825/2015, 5A_919/2015 vom 7. März 2016 E. 3.2). Die Auflage des K…»
NE200006 (2020-11-16) · zh
Appeal Regarding Deadline for Bankruptcy Claim List Objection Suspension by Judicial Holidays
«…nicht mehr durch die Geltung von Betreibungs- ferien verzögert werden. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 114 III 60), die auch von der Lehre geteilt wird (anstelle vieler BSK SchKG I-BAUER, 2. Auflage 2010, Art. 56 N 41; SK SchKG-PENON…»
PS200163 (2020-10-02) · zh
Closure of Liquidation Upheld Despite Moratorium and Hearing Challenges
«…cht zur Anwendung (vgl. BSK SchKG I-BAUER, Art. 56 N 40 f.; SK SchKG-PENON/WOHLGEMUTH, 4. Aufl. 2017, Art. 56 N 15; BGE 114 III 60 E. 2b). 2.4. Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung seines rechtlichen Ge- hörs. Er argumentiert, er wolle d…»
5A_782/2018 (2019-06-03)
«…Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 41 zu Art. 17), noch betreffend Kollokationsplan und Verteilungsliste abzusprechen ist ( BGE 114 III 60 E. 2b; SCHÖNIGER, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 63, 77 zu Ar…»
ABS 2017 12 (2017-03-20) · be
Creditor Appeal Against Bankruptcy Office's Refusal to Assume Contract Dismissed
«…aren Verfügungen dar (E. 15). Handlungen der Konkursorgane sind keine Betreibungshandlungen i.S. von Art. 56 SchKG (BGE 114 III 60 E. 2b S. 61; E. 16). Erwägungen: 1. Am 29. November 2013 schlossen die C.________ AG (nachfolgend: Schuldneri…»
5A_825/2015 (2016-03-07)
«…qualifizieren. Indes bleiben Handlungen des Konkursamtes bzw. der Konkursverwaltung von Art. 56 SchKG unberührt ( BGE 114 III 60 E. 2b S. 61; u.a. STOFFEL/CHABLOZ, Voies d'exécution, 2. Aufl. 2010, § 3 Rz. 71), weshalb die Betreibungsferien vom 15…»
ZL.2012.00049 (2012-09-04) · zh
Claimant Bankruptcy Status and Supplementary Benefit Eligibility Appeal
«…Sachen und Gläubiger seiner Forderungen. Er verliert aber grundsätzlich das Recht, über sein Vermögen zu verfügen (BGE 114 III 60 E. 2b). Verfügungen, die der Schuldner nach der Konkurseröffnung vornimmt, sind deshalb den Konkursgläubigern gegenüber…»
ZL.2012.00049 (2012-09-03) · zh
Benefits Eligibility During Bankruptcy Seizure
«…Sachen und Gläubiger seiner Forderungen. Er verliert aber grundsätzlich das Recht, über sein Vermögen zu verfügen (BGE 114 III 60 E. 2b). Verfügungen, die der Schuldner nach der Konkurseröffnung vornimmt, sind deshalb den Konkursgläubigern gegenüber…»
5A_302/2012 (2012-06-04)
«…efugnisse gehen auf die Konkursmasse über, die sie durch die Konkursverwaltung ausübt ( BGE 121 III 28 E. 3 S. 30 f.; 114 III 60 E. 2b S. 61). Wohnt der Konkursit in einer Wohnung, die zur Konkursmasse gehört, wird diese daher vom Konkursamt verwa…»
5A_25/2011 (2011-04-18)
«…von Art. 56 SchKG , worunter die auf die Versteigerung folgende Auflegung des Verteilungsplanes nicht mehr fällt ( BGE 114 III 60 E. 2b S. 62). Die Beschwerdeführerin legt insgesamt nicht dar, inwiefern das Nichteintreten auf das Gesuch bundesrecht…»
7B.27/2006 (2006-06-13)
«…chte Forderung gerichtlich bestreiten können). Gemäss ständiger Rechtsprechung ( BGE 81 III 23 E. 1, bestätigt in BGE 114 III 60 E. 2b S. 62) kann nur der Gläubiger Klage auf Anfechtung des Kollokationsplans im Sinne von Art. 148 SchKG erheben,…»
A/58/2006 (2006-02-21) · ge
Creditor Challenge to Urgent Bankruptcy Asset Sale Rejected
«…nt pas visés par l’art. 56 LP, qui interdit l’accomplissement d’actes de poursuite durant notamment les féries (ATF 114 III 60 consid. 2b ; Kurt Amonn / Fridolin Walther, Grundriss, 7ème éd. 2003, § 11 n° 42 ; Sylvain Marchand, in CR-LP, ad art.…»

Testo completo

Urteilskopf

114 III 60

19. Auszug aus dem Entscheid der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer vom 28. September 1988 i.S. X. (Rekurs)

Regeste

Betreibungsferien (Art. 56 Ziff. 3 SchKG).

Sobald in einer Betreibung auf Grundpfandverwertung die Steigerung durchgeführt ist und der Zuschlag nicht mehr angefochten werden kann, kommt Art. 56 Ziff. 3 SchKG nicht mehr zur Anwendung. Für den Schuldner, der während der Betreibungsferien auf dem Amt vom Verteilungsplan Kenntnis erhält, beginnt die Frist zur Erhebung einer Beschwerde deshalb nicht erst nach Ende der Ferien zu laufen.

Erwägungen ab Seite 60

BGE 114 III 60 S. 60

Aus den Erwägungen:

2. a) Seinen Entscheid, auf die Beschwerde des Rekurrenten nicht einzutreten, hat der Kantonsgerichtsausschuss damit begründet, dass sie zu spät eingereicht worden sei. Der Rekurrent habe am 21. September 1987 auf dem Betreibungsamt von der Verteilungsliste in der Betreibung Nr. ... Kenntnis genommen, so dass die zehntägige Beschwerdefrist am 22. September 1987 zu laufen begonnen und am 1. Oktober 1987 geendet habe. Die am 7. Oktober 1987 der Post übergebene Beschwerde sei deshalb verspätet gewesen. Dass der 21. September 1987 in die (Bettags-)Betreibungsferien gefallen sei, vermöge daran nichts zu ändern, da die Betreibungsferien den Fristenlauf nicht hemmten; nur wenn eine Frist in den Ferien ablaufe, werde sie - bis zum dritten Tag nach Ende der Ferien - verlängert.

b) Dass Art. 63 SchKG betreffend die Wirkungen der Betreibungsferien auf den Fristenlauf hier nicht zum Tragen kommen konnte, trifft ohne weiteres zu. Näher hätte allerdings die auch vom Rekurrenten aufgeworfene Frage gelegen, ob der zu beurteilende

BGE 114 III 60 S. 61

Sachverhalt allenfalls von Art. 56 Ziff. 3 SchKG berührt werde, wonach - gewisse hier von vornherein nicht in Betracht fallende Ausnahmen vorbehalten - während der Betreibungsferien keine Betreibungshandlungen vorgenommen werden dürfen. Die Praxis nimmt für gewisse Fälle in der Tat an, dass eine in Missachtung der genannten Bestimmung getroffene Vorkehr nicht unwirksam sei, sie ihre Wirkungen jedoch erst nach Ende des Betreibungsstillstandes entfalte (vgl. z.B. BGE 112 III 15 f. E. 4 betreffend den Vollzug einer Pfändung; BGE 96 III 49 f. E. 3 betreffend die Zustellung des Urteils über eine Arrestaufhebungsklage; dazu auch BGE 113 III 5 f., wo die bisherige Rechtsprechung zur Auslösung der Rekursfrist im Falle der Zustellung des Beschwerdeentscheids einer oberen kantonalen Aufsichtsbehörde während der Betreibungsferien in Frage gestellt wurde).

Aufgrund der Ausführungen des Kantonsgerichtsausschusses ist davon auszugehen, dass der Rekurrent erstmals am 21. September 1987 - auf dem Betreibungsamt - von der Auflage des strittigen Verteilungsplans erfahren und von dessen Inhalt Kenntnis genommen hat. Ob dieser Sachverhalt aus der Sicht von Art. 56 Ziff. 3 SchKG gleich zu behandeln sei wie der Fall, da dem Rekurrenten am erwähnten Tag der Verteilungsplan zugestellt worden wäre, braucht aus dem nachstehenden Grund weiter nicht erörtert zu werden. Betreibungshandlungen im Sinne von Art. 56 SchKG sind Handlungen der Vollstreckungsorgane, die geeignet sind, den betreibenden Gläubiger seinem Ziele der Befriedigung aus dem Vermögen des Schuldners näher zu führen und auf diese Weise die Rechtslage des Schuldners zu präjudizieren (vgl. BGE 96 III 49 E. 3 mit Hinweisen; AMONN, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 4. A., § 11 Rz. 26; FRITZSCHE/WALDER, Schuldbetreibung und Konkurs nach schweizerischem Recht, I. Bd., § 13 Rz. 21). Handlungen des Konkursbeamten werden durch Art. 56 SchKG nicht berührt (vgl. BGE 96 III 77 E. 1; JAEGER, N. 3 zu Art. 56 SchKG; AMONN, a.a.O. § 11 Rz. 28; GILLIERON, Poursuite pour dettes, faillite et concordat, S. 94). Mit der Konkurseröffnung hat der Gemeinschuldner denn auch in der Tat die Macht verloren, über die Vermögensmasse, die der Befriedigung der Gläubiger zu dienen haben wird, rechtsgültig zu verfügen (AMONN, a.a.O. § 35 Rz. 15 und § 41 Rz. 6), und sind andererseits die Gläubiger den entscheidenden Schritt im Hinblick auf ihre Befriedigung weitergekommen. Bei der Betreibung auf Grundpfandverwertung, wie sie hier zur Diskussion steht, ist derjenige

BGE 114 III 60 S. 62

Abschnitt des Verfahrens, der zum umfassenden Zugriff auf das betroffene Grundstück und zu dessen Versilberung führen soll, abgeschlossen, sobald die Steigerung durchgeführt ist (mit andern Worten der Schuldner das Eigentum verloren hat; Art. 656 Abs. 2 ZGB) und der Zuschlag nicht mehr (mit Beschwerde gemäss Art. 136bis SchKG) angefochten werden kann. Zu diesem Zeitpunkt fällt auch bei einer Betreibung auf Grundpfandverwertung die Rechtfertigung für die Vorschriften über die Betreibungsferien weg, die darin besteht, den Schuldner während bestimmter Zeiten der Sorge um gegen ihn gerichtete Betreibungen zu entheben (vgl. BGE 96 III 77 E. 1 mit Hinweis).

Betreibungsamtliche Vorkehren, die - wie die Auflage des Verteilungsplans und die entsprechende Mitteilung an die Beteiligten - im Hinblick auf die Verteilung des Verwertungserlöses getroffen worden sind, fallen somit nicht unter Art. 56 SchKG. Aus den vorstehenden Überlegungen darf indessen nicht etwa abgeleitet werden, der Schuldner könne gegen Massnahmen im Verteilungsverfahren überhaupt nicht Beschwerde führen. In BGE 81 III 22 f. E. 1 wurde vielmehr ausdrücklich auch der Schuldner für legitimiert erklärt, gegen den - im dortigen Fall in der Betreibung auf Pfändung erstellten - Kollokationsplan Beschwerde zu führen (im gleichen Sinne auch AMONN, a.a.O. § 30 Rz. 15).

c) Aus dem Gesagten erhellt, dass die Vorinstanz zu Recht angenommen hat, die zehntägige Frist zur Einreichung der Beschwerde gegen den Verteilungsplan habe schon am 22. September 1987 zu laufen begonnen und die Eingaben vom 7. und 12. Oktober 1987 seien verspätet gewesen. Soweit der Kantonsgerichtsausschuss auf die Eingaben des Rekurrenten nicht eingetreten ist, verstösst sein Entscheid demnach nicht gegen Bundesrecht.