Legislator Giurisprudenza & Legislazione
BGE 106 IB 325 Generato dall'IA

Raumplanung; intertemporales Recht

Numero d'incarto BGE 106 IB 325
Autorità giudiziaria
Giurisdizione Svizzera · Tribunale federale (TF / DTF) (CH)

Sintesi Legislator

Generato dall'IA

Federal Supreme Court on Intertemporal Application of Spatial Planning Law In a case where a challenged administrative decision was rendered under the previous federal decree on spatial planning (BMR) but the complaint was being judged after the new federal spatial planning act (RPG) came into force, the Federal Supreme Court addressed the question of intertemporal law, noting that the RPG contained no transitional provisions. The Court reasoned that since the administrative appeal procedure primarily involves controlling the legality of the challenged decision based on the law at the time of its issuance, subsequent legal changes are generally irrelevant; therefore, the Court should apply the old law (BMR) unless compelling reasons mandate the immediate application of the new law. Distinguishing this case from previous water protection legislation where immediate application of the new law was deemed necessary due to a sharpening of regulations and public urgency, the Court found no such compelling reasons for the RPG, as it did not generally introduce harsher regulations than the BMR, nor did it expand the Court's limited scope of review, thus concluding that the decision must be reviewed against the old BMR.

Regesto Legislator

Ufficiale

Regeste Raumplanung; intertemporales Recht. Da das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren der Kontrolle der Rechtmässigkeit des angefochtenen Entscheides dient, überprüft das Bundesgericht im Falle einer im Laufe dieses Verfahrens eingetretenen Rechtsänderung den Entscheid in der Regel aufgrund des alten Rechts, sofern nicht zwingende Gründe für die Anwendung des neuen Rechts sprechen.

Parole chiave

Generato dall'IA
legge sulla pianificazione territoriale decreto del Consiglio di Stato ambito di applicazione della normativa protezione delle acque diritto fondiario tutela legale

Disposizioni normative citate

Generato dall'IA
Art. 104 OG
10), die Kognition des Bundesgerichts gemäss Art. 104 OG nicht.

Giurisprudenza citata

Generato dall'IA
BGE 99 Ib 152
um der öffentlichen Ordnung willen auf, das GSchG 1971 in Anlehnung an die Bestimmungen des Schlusstitels des ZGB auf alle Fälle anzuwenden, in denen das den Gewässerschutz betreffende Verfahren im Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Rechts noch nicht abgeschlossen sei (BGE 99 Ib 152 f.
BGE 99 Ia 125
Generato dall'IA

Ti chiedi come si applica questa sentenza alla tua fattispecie?

Analizza questa decisione insieme alla legislazione federale e cantonale, ai commentari e alla giurisprudenza successiva in Legislator AI.

Apri in Legislator →

Sentenze successive che citano questa decisione (14)

1C_458/2025 (2026-06-01)
Lawfulness of restoration orders for unauthorized installations in agricultural zones and temporal application of spatial planning prescription rules.
«…t partant pas lieu d'appliquer la LAT pour la première fois dans la procédure pendante devant le Tribunal fédéral ([ATF 106 Ib 325](https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_d…»
1C_645/2018 (2019-11-21)
«…elle Nr. 3542 sei kein Rodungsgesuch eingereicht worden. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (insbesondere BGE 106 Ib 325 E. 2) sei im Übrigen die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Waldfeststellungsverfahrens massgebli…»
1C_449/2014 (2015-10-07)
«…vait partant pas lieu d'appliquer la LAT pour la première fois dans la procédure pendante devant Tribunal fédéral ( ATF 106 Ib 325 consid. 2 p. 327). Le Tribunal fédéral a ensuite admis l'application immédiate de la loi sur la protection de l'enviro…»
BGE 141 II 393
«…vait partant pas lieu d'appliquer la LAT pour la première fois dans la procédure pendante devant Tribunal fédéral ( ATF 106 Ib 325 consid. 2 p. 327). Le Tribunal fédéral a ensuite admis l'application immédiate de la loi sur la protection de l'enviro…»
1C_76/2012 (2012-07-06)
«…chriften der Fall sein kann (vgl. BGE 125 II 591 E. 5e/aa S. 598 mit Verweis auf BGE 112 Ib 39 E. 1c S. 43 und BGE 106 Ib 325 E. 2 S. 326). In Bestätigung und Weiterführung dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht in neueren Entscheiden zwin…»
6A.10/2007 (2007-04-18)
«…ne exception peut se justifier ( ATF 119 Ib 103 consid. 5 p. 110 avec référence à l' ATF 112 Ib 39 consid. 1c p. 42; 106 Ib 325 consid. 2). En l'espèce, la Cour cantonale a appliqué le droit fédéral en vigueur au moment où elle a statué. Elle n'é…»
1A.214/2005 (2006-01-23)
«…bundesrechtmässig sei, ist daher in der Regel vom Rechtszustand auszugehen, der im Zeitpunkt der Bewilligung galt ( BGE 106 Ib 325 , 112 Ib 39 E. 1c, 120 Ib 317 E. 2b). Im Laufe des Beschwerdeverfahrens eingetretene Rechtsänderungen sind an sich unbe…»
1A.248/2000 (2001-02-15)
«…hlen einer intertemporalrechtlichen Regelung eine solche Berücksichtigung des milderen Rechts nicht immer zuliess ( BGE 106 Ib 325 E. 2; Entscheid des Bundesgerichts vom 15. Oktober 1993 in: ZBl 95/1994 S. 81 E. 2e S. 87; demgegenüber BGE 99 Ia 339…»
BGE 127 II 209
«…hlen einer intertemporalrechtlichen Regelung eine solche Berücksichtigung des milderen Rechts nicht immer zuliess ( BGE 106 Ib 325 E. 2; Entscheid des Bundesgerichts vom 15. Oktober 1993, in: ZBl 95/1994 S. 81 E. 2e S. 87; demgegenüber BGE 99 Ia 33…»
BGE 127 III 16
«…i intervient, comme en l'espèce, au cours de la procédure cantonale de recours (cf. toutefois: BGE 127 III 16 S. 20 ATF 106 Ib 325 consid. 2, lorsqu'un recours est pendant devant le Tribunal fédéral). Comme il a déjà été dit (cf. supra, consid. 2b),…»
1A.282/1999 (2000-12-08)
«…r Konzession bundesrechtmässig sei, ist daher vom Rechtszustand auszugehen, der im Zeitpunkt der Bewilligung galt ( BGE 106 Ib 325 , 112 Ib 39 E. 1c, 120 Ib 317 E. 2b). Im Laufe des Beschwerdeverfahrens eingetretene Rechtsänderungen sind an sich unbe…»
5A.12/2000 (2000-08-24)
«…le changement de loi intervient, comme en l'espèce, au cours de la procédure cantonale de recours (cf. toutefois: ATF 106 Ib 325 consid. 2, lorsqu'un recours est pendant devant le Tribunal fédéral). Comme il a déjà été dit (cf. supra, consid. 2b),…»
BGE 126 II 522
«…r Konzession bundesrechtmässig sei, ist daher vom Rechtszustand auszugehen, der im Zeitpunkt der Bewilligung galt ( BGE 106 Ib 325 ; BGE 112 Ib 39 E. 1c; BGE 120 Ib 317 E. 2b). Im Laufe des Beschwerdeverfahrens eingetretene Rechtsänderungen sind…»
BGE 125 II 591
«…query_words=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F112-IB-39%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page39) E. 1c S. 42; [BGE 106 Ib 325](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date…»

Testo completo

Urteilskopf

106 Ib 325

48. Auszug aus dem Urteil der I. öffentlichrechtlichen Abteilung vom 30. September 1980 i.S. Hauri gegen Sportbahnen Danis AG, Gemeinde Vaz/Obervaz und Regierung des Kantons Graubünden (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)

Regeste

Raumplanung; intertemporales Recht.

Da das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren der Kontrolle der Rechtmässigkeit des angefochtenen Entscheides dient, überprüft das Bundesgericht im Falle einer im Laufe dieses Verfahrens eingetretenen Rechtsänderung den Entscheid in der Regel aufgrund des alten Rechts, sofern nicht zwingende Gründe für die Anwendung des neuen Rechts sprechen.

Erwägungen ab Seite 326

BGE 106 Ib 325 S. 326

Aus den Erwägungen:

2. Da der angefochtene Entscheid unter der Herrschaft des Bundesbeschlusses über dringliche Massnahmen auf dem Gebiete der Raumplanung vom 17. März 1972 (BMR) erging, bei der Beurteilung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde jedoch das Bundesgesetz über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG) in Kraft steht, stellt sich die Frage, ob das Bundesgericht das alte oder das neue Recht anzuwenden hat. Das RPG enthält keine Übergangsbestimmungen. Die Frage des anwendbaren Rechts ist deshalb nach allgemeinen Prinzipien zu entscheiden.

Die Rechtmässigkeit eines Verwaltungsaktes ist grundsätzlich nach der Rechtslage zur Zeit seines Erlasses zu beurteilen, während nachher eingetretene Änderungen unberücksichtigt bleiben müssen. Da die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gemäss Art. 104 OG in erster Linie zu einer Kontrolle der Rechtmässigkeit der angefochtenen Entscheide durch das Bundesgericht führt, ist nach dem erwähnten Grundsatz davon auszugehen, dass im Laufe des verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens eingetretene Rechtsänderungen in der Regel unbeachtlich sind und das Bundesgericht ausschliesslich zu prüfen hat, ob der angefochtene Entscheid mit dem zur Zeit seines Erlasses geltenden Recht im Einklang steht. Eine Ausnahme ist dann zu machen, wenn zwingende Gründe dafür bestehen, dass das neue Recht sogleich zur Anwendung kommt. Das Bundesgericht erachtete diese Voraussetzungen beim eidgenössischen Gewässerschutzgesetz vom 8. Oktober 1971 (GSchG 1971) als gegeben. Es wies darauf hin, die Bestimmungen dieses Gesetzes brächten eine Verschärfung der Gewässerschutzvorschriften und sollten eine möglichst rasche Verhinderung weiterer Gewässerverunreinigungen gewährleisten. Es dränge sich daher

BGE 106 Ib 325 S. 327

um der öffentlichen Ordnung willen auf, das GSchG 1971 in Anlehnung an die Bestimmungen des Schlusstitels des ZGB auf alle Fälle anzuwenden, in denen das den Gewässerschutz betreffende Verfahren im Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Rechts noch nicht abgeschlossen sei (BGE 99 Ib 152 f. E. 1, BGE 99 Ia 125 E. 9). Auf dem Gebiet der Raumplanung liegen indes wesentlich andere Verhältnisse vor als beim Gewässerschutz. Das RPG bringt im Vergleich zum BMR keine Verschärfung der Vorschriften. Es ermöglicht vielmehr Bund und Kantonen, die befristeten Massnahmen in das ordentliche Recht überzuführen (Botschaft des Bundesrates vom 27. Februar 1978, BBl 1978, Bd. I, S. 1033). Sodann erweitert das RPG im Gegensatz zum GSchG 1971, das den Beschwerdeinstanzen des Bundes auch eine umfassende Ermessenskontrolle überträgt (Art. 10), die Kognition des Bundesgerichts gemäss Art. 104 OG nicht. Unter diesen Umständen besteht kein Anlass, bei der Überprüfung des angefochtenen Entscheids das neue Recht anzuwenden. Würde hier gleich vorgegangen wie beim GSchG 1971, hätte das Bundesgericht als erste und einzige Instanz das RPG anzuwenden, wobei ihm - wie erwähnt - keine uneingeschränkte Ermessenskontrolle zustünde. Das wäre wohl mit dem Sinn des RPG kaum vereinbar, würde doch mit diesem Vorgehen die den kantonalen Behörden zustehende und vom RPG für wenigstens eine Beschwerdeinstanz ausdrücklich vorgeschriebene volle Überprüfung (Art. 33 Abs. 3 lit. b) nicht respektiert. Für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist demnach das alte Recht massgebend, d.h. es ist zu prüfen, ob die Regierung den im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids geltenden BMR samt den eidgenössischen und den kantonalen Ausführungsbestimmungen richtig angewendet hat.