# TPF.2023.130 — Damages calculation, jurisdictional fees, and freedom of speech.

**Numero d'incarto:** TPF.2023.130
**Citation:** BSTG CH TPF.2023.130
**Autorità giudiziaria:** Tribunale penale federale
**Data della decisione:** 2023
**Canonical Legislator URL:** https://legislator.ch/it/case/ch/bstger/TPF.2023.130/damages-calculation-jurisdictional-fees-and-freedom-of-speech
**Official Source URL:** https://bstger.weblaw.ch/api/getDocumentFile/579efeb3-aedc-38cf-8007-f71bfdc0349d?locale=de&userID=_raax5mx
**Entscheidsuche Mirror:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_TPF-2023-130_2023.html

## Sintesi della sentenza (Oggetto del contendere & Esito)

In a case concerning the calculation of damages, the court reduced the daily compensation rate to one-third of the original amount, citing a significantly lower average minimum wage and cost of living in Morocco compared to Switzerland. This reduction aimed to achieve a restorative effect comparable to a higher rate for someone living in Switzerland. Separately, in cases of intercantonal jurisdictional conflicts, the general rule is that no court fees are charged, although exceptions exist where a canton may be liable for costs, particularly if they act in bad faith or prolong proceedings unnecessarily. Another case discusses the charges of provocation and incitement to violate military duties, emphasizing the need for proportionality in applying such charges in light of freedom of expression rights guaranteed by the Constitution and the European Convention on Human Rights.

## Massima giurisprudenziale / Regesto

Art. 423 Abs. 1 StPO; Art. 66 Abs. 4 BGG — Art. 423 Abs. 1 StPO: Cited as the general rule that no court fees are to be charged in intercantonal jurisdiction conflicts. Art. 66 Abs. 4 BGG: Cited by analogy with Art. 423 Abs. 1 StPO, supporting the general rule that no court fees are to be charged in intercantonal jurisdiction conflicts.

## Questioni giuridiche chiave & norme applicate

### 1. Art. 423 Abs. 1 StPO

Cited as the general rule that no court fees are to be charged in intercantonal jurisdiction conflicts.

### 2. Art. 66 Abs. 4 BGG

Cited by analogy with Art. 423 Abs. 1 StPO, supporting the general rule that no court fees are to be charged in intercantonal jurisdiction conflicts.

## Testo integrale della sentenza

TPF 2023 130


Dollar 71’705 und damit rund 9-mal höher
(https://www.oecd.org/berlin/statistiken/bruttoinlandsprodukt.htm).

Im Lichte dieser Faktoren und unter Berücksichtigung der bundesgericht-
lichen Rechtsprechung, die namentlich aufgrund des 18.4-mal tieferen
Lohndurchschnitts eine Reduktion des Tagessatzes um 80 % und mit Bezug
auf die autonome Provinz Serbiens Vojvodina eine Reduktion der
Haftentschädigung um die Hälfte als angemessen erachtet hat (siehe dazu
vorne E. 5.1.3), der durchschnittliche Minimallohn in Marokko rund 13.4-
mal tiefer liegt als in der Schweiz und sich Marokko in Bezug auf die
Lebenshaltungskosten im internationalen Vergleich hinter Serbien (Platz 50
im Vergleich der weltweiten Lebenshaltungskosten) befindet, rechtfertigt
sich in casu eine Reduktion des Tagessatzes auf einen Drittel. Diese
Tagessatzhöhe hat nach dem Gesagten etwa die gleiche wiederherstellende
Wirkung wie ein Tagessatz von Fr. 150.– für einen in der Schweiz lebenden
Genugtuungsberechtigten. Nach dem Gesagten ist der Tagessatz auf Fr.
50.– zu reduzieren.

5.4 Insgesamt ist A. eine Haftentschädigung von Fr. 1’250.– (25 Tage x
Fr. 50.–), zzgl. Zins zu 5 % seit dem 27. Mai 2020 auszurichten.

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14. Auszug aus dem Beschluss der Beschwerdekammer in Sachen Kanton
Wallis gegen die Kantone Aargau und St. Gallen vom 22. Juni 2023
(BG.2022.51)

Gerichtsstandskonflikt; Gerichtskosten bei interkantonalen Gerichtsstandskon-
flikten; Kostenerhebung

Art. 423 Abs. 1 StPO, Art. 66 Abs. 4 BGG
Fälle, in welchen bei Gerichtsstandskonflikten abweichend von der allgemeinen
Regel eine Kostenauflage an einen Kanton in Frage kommt.

Conflit de fors; frais de procédure en cas de conflits de fors intercantonaux; mise
à la charge des frais
Art. 423 al. 1 CPP, art. 66 al. 4 LTF

Cas dans lesquels il est envisageable de mettre des frais à la charge d’un canton
en dérogation à la règle générale applicable en matière de conflits de fors.


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Conflitto in materia di foro; spese procedurali in caso di conflitti di foro
intercantonali; accollamento delle spese
Art. 423 cpv. 1 CPP, art. 66 cpv. 4 LTF
Casi in cui è possibile addossare le spese ad un Cantone in deroga alla regola
generale applicata in ambito di conflitti di foro.


Aus den Erwägungen:

5.
5.1 Praxisgemäss ist bei interkantonalen Gerichtsstandskonflikten keine
Gerichtsgebühr zu erheben (vgl. Art. 423 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 66 Abs. 4
des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht
[Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110] per analogiam; vgl. schon BGE
87 IV 144). Dies ist die allgemeine Regel. Um Uneinigkeiten zwischen den
hierarchisch gleichgeordneten Kantonen zu schlichten und beizulegen,
braucht es staatsrechtlich den Bund.

5.2 In einigen bestimmten Fällen kann abweichend von der allgemeinen
Regel eine Kostenauflage an einen Kanton in Frage kommen. Dies war
schon die Praxis der Anklagekammer des Bundesgerichts
(SCHWERI/BÄNZIGER, Interkantonale Gerichtsstandsbestimmung in
Strafsachen, 2. Aufl. 2004, N. 649). Für die Beschwerdekammer stehen
dabei Gerichtsstandsgesuche im Vordergrund, über die sie noch nicht
entscheiden kann, sei es

– weil nicht mit allen ernsthaft in Frage kommenden Kantonen der
  Meinungsaustausch (mit komplettem Aktenaustausch) rechtzeitig (BGE
  87 IV 45 E. 4) und korrekt gepflegt wurde (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O.,
  N. 650);

– weil vor dem Anrufen der Beschwerdekammer nicht alle für den
  Gerichtsstand wesentlichen Aspekte in den eigenen
  Zuständigkeitsbereichen der einzelnen Kantone abgeklärt wurden,
  worauf im Meinungsaustausch ein Kanton bereits konkret hingewiesen
  hatte (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., N. 650).

Kostenpflichtig kann sodann ein Kanton werden, der die
Beschwerdekammer rechtsmissbräuchlich anruft; das ist z.B. dann der Fall
(SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., N. 651)


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– wenn er bei Anwendung der von der Beschwerdekammer aufgestellten
  Grundsätze hätte erkennen können und müssen, dass sein Gesuch
  aussichtslos war (BGE 87 IV 144 […]);

– wenn er gemäss konstanter Praxis seine Zuständigkeit hätte anerkennen
  müssen, dies aber nicht getan und dadurch ein überflüssiges Verfahren
  und unnötige Kosten verursacht hat (vgl. auch SCHWERI/BÄNZIGER,
  a.a.O., N. 651);

– wenn der gesuchstellende Kanton A. die Überweisung des Falles an den
  Kanton B. verlangt, obwohl er aufgrund des
  Meinungsaustauschverfahrens erkennen konnte und musste, dass eine
  Zuständigkeit des Kantons B. ausser Frage steht.

In der Regel nicht zu Kosten oder Gebühren führt vor der
Beschwerdekammer der Fall, wenn ein Gesuch um
Gerichtsstandsbestimmung nicht alle für die Beurteilung nötigen Angaben
enthält und die Beurteilung dadurch erschwert wird; die Anklagekammer
hatte in einem solchen Fall dem Kanton zwar nicht die Kosten überbunden,
aber gestützt auf Art. 156 Abs. 6 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember
1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege
(Bundesrechtspflegegesetz, OG) eine Gerichtsgebühr auferlegt
(SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., N. 653).


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15. Extrait du jugement de la Cour des affaires pénales du 3 juillet 2023
dans la cause Ministère public de la Confédération contre A., B. et C.
(SK.2023.4)

Provocation et incitation à la violation des devoirs militaires; liberté d’expression

Art. 276 ch. 1 CP, art. 16 et 36 Cst., art. 10 CEDH
Généralités sur l’art. 276 ch. 1 CP (consid. 3.1.1–3.1.13).
L’application de l’art. 276 ch. 1 CP doit être proportionnée à la lumière de la
liberté d’expression garantie par la Constitution et la Convention européenne
des droits de l’homme (consid. 6.1.1–6.1.15).
Examen dans le cas d’espèce (consid. 6.1.16–6.1.21, 6.1.23–6.1.28).


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