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2011.12.12.1 • ZMG BL 2011.12.12.1 Abgewiesen (Dismissed) KI-strukturiert

2011.12.12.1 — Retrospective Subscriber Identification Requires Reasonable Suspicion of Criminal Activity

Geschäftsnummer 2011.12.12.1 (BL_ZMG_001_2011-12-12-1_2011-12-12)
Gericht / Behörde
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Rechtsordnung Kanton Basel-Landschaft — Kantonale Gerichte (CH-BL)

Zusammenfassung (Sachverhalt & Erwägungen)

KI-strukturiert

A court ordered the retrospective identification of a telecommunications subscriber, requiring a reasonable suspicion of criminal activity. The court reasoned that while this measure is less intrusive than active surveillance or pre-trial detention, it still necessitates a high degree of suspicion, as its purpose is to gather evidence to potentially justify further investigative actions, not to establish suspicion itself.

Leitsatz / Regeste

KI-strukturiert
Art. 273 Abs. 1 StPO — Art. 273 Abs. 1 StPO: The court cited this provision to state that the legislator requires a serious and not merely sufficient suspicion for retrospective subscriber identification.

Rechtsfragen & angewandte Gesetzesbestimmungen

KI-strukturiert
Art. 273 Abs. 1 StPO

The court cited this provision to state that the legislator requires a serious and not merely sufficient suspicion for retrospective subscriber identification.

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Volltext des Entscheids — 2011.12.12.1

Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft www.bl.ch/zmg

12. Dezember 2011

Geheime Überwachung

Dringender Tatverdacht

Eine Rück-ID bedarf eines dringenden Tatverdachts, dessen Schwelle allerdings tiefer als für die Anordnung von Untersuchungshaft oder einer aktiven Überwachung des Fernmeldeverkehrs anzusetzen ist.

Erwägungen

2.2 Ein dringender Tatverdacht liegt vor, wenn aufgrund konkreter Umstände und Erkenntnisse eine gewisse Wahrscheinlichkeit auf einen Schuldspruch besteht (MARC JEAN- RICHARD-DIT-BRESSEL, in: Marcel Alexander Niggli / Marianne Heer / Hans Wiprächtiger [Herausgeber], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Jugendstrafprozessordnung, Basel 2011, Art. 269 N 34). Verglichen mit einer aktiven Überwachung des Fernemeldeverkehrs stellt eine Rück-ID einen geringeren Grundrechtseingriff dar (BBl 2006 1250). Die Schwelle für Überwachungen ist auch tiefer als bei Anordnung von Untersuchungshaft, weil durch die Überwachung gerade Beweismittel beschafft werden sollen, welche die Inhaftierung eines Tatverdächtigen ermöglichen (so auch: THOMAS HANSJAKOB, in: Andreas Donatsch / Thomas Hansjakob / Viktor Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich 2010, Art. 269 N 17).

Ungeachtet dessen ist festzuhalten, dass der Gesetzgeber auch bei der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation einen dringenden und nicht bloss einen hinreichenden Tatverdacht verlangt (vgl. Art. 273 Abs. 1 StPO). Insbesondere darf die Überwachung nicht dazu dienen, einen Tatverdacht erst zu begründen (CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLA/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafprozessrecht, Basel 2011, S. 319).

Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts vom 12. Dezember 2011 (350 11 562)