AGVE 2006 16 — Federal Law Governs Objection Deadlines in Social Insurance Proceedings
Synthèse de l'arrêt (Faits & Considérants)
Généré par l'IAThe court ruled that the calculation of deadlines in the objection procedure is exclusively governed by Articles 38-41 of the Federal Act on Administrative Procedure (ATSG), with no room for the analogous application of cantonal law. The court clarified that while cantonal law may govern procedures before the cantonal court, federal law, specifically Articles 38-41 ATSG, comprehensively dictates the calculation of deadlines within the objection phase of social insurance proceedings. Therefore, the timeliness of an objection is determined solely by federal provisions.
Regeste / Sommaire juridique
Généré par l'IAQuestions juridiques clés & dispositions appliquées
Généré par l'IAThe timeliness of the appeal is determined according to this provision.
This provision relates to the appeal procedure within the social security procedure.
Texte intégral de la décision — AGVE 2006 16
AGVE 2006 16 S.71
2006 Versicherungsgericht 71
16 Art. 38, 52 ATSG Die Fristberechnung im Einspracheverfahren bestimmt sich ausschliess- lich nach Art. 38-41 ATSG. Für eine ,,analoge" Anwendung kantonalen Rechts besteht kein Raum.
Aus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 3. Kammer, vom 12. Sep- tember 2006 in Sachen A.L. gegen Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA).
*Aus den Erwägungen*
2. Das ATSG regelt in seinem 4. Kapitel ("Allgemeine Verfahrens- bestimmungen") im 2. Abschnitt (Art. 34 - 55) das Sozialversiche- rungsverfahren und im 3. Abschnitt (Art. 56 - 62) das Rechtspflege- verfahren. Für das Sozialversicherungsverfahren, zu dem auch das Einspracheverfahren vor der verfügenden Instanz gehört (Art. 52 ATSG), findet sich in Art. 38 - 41 ATSG eine umfassende Regelung der Fristen, so in Art. 38 Abs. 4 über die Geltung der Gerichtsferien. Im Rahmen der Bestimmungen über das Rechtspflegeverfahren wird in Art. 60 Abs. 1 ATSG die Frist für Beschwerden an das kantonale Versicherungsgericht auf 30 Tage festgesetzt; dabei sind die Art. 38 - 41 ATSG sinngemäss anwendbar (Art. 60 Abs. 2 ATSG). Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht wird durch das kantonale Recht geregelt, wobei Vorgaben des Bundes- rechts einzuhalten sind (Art. 61 ATSG). Dazu steht den Kantonen eine fünfjährige Anpassungsfrist zur Verfügung (Art. 82 Abs. 2 ATSG). In diesem Zusammenhang entstanden Kontroversen über die (Weiter-)Geltung des bisherigen kantonalen Rechts, gerade auch im Zusammenhang mit der Berechnung der *Beschwerde*frist (siehe BGE 131 V 305, 314 und 325, inzwischen durch den Entscheid des Eidge-
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nössischen Versicherungsgerichts I 803/05 vom 6. April 2006 teilweise überholt). Die Berechnung der *Einsprache*frist ist dadurch nicht betroffen. Aus dem systematischen Aufbau des ATSG ergibt sich klar und eindeutig, dass die Fristen für das Einspracheverfahren ausschliesslich in Art. 38 - 41 ATSG geregelt werden. Für eine "ana- loge" Anwendung kantonalen Rechts, auf die sich das AWA beruft, fehlt jegliche Grundlage, es kommt ausschliesslich Bundesrecht zum Zug. Ob die Einsprache des Beschwerdeführers rechtzeitig erfolgte, bestimmt sich nach Art. 38 ATSG..