AGVE 2005 23 — Late Appeal Dismissed: No Valid Excuse for Missed Deadline
Synthèse de l'arrêt (Faits & Considérants)
Généré par l'IAThe court ruled that an appeal was filed too late because the appellant did not have a valid excuse for missing the deadline. Although the appellant claimed to be incapacitated, they had sufficient time to delegate the task to a colleague given the seven-day window before the deadline and the fact that the appeal process was not complex. The court also clarified that for procedural matters, the new law is applicable immediately, while for substantive matters, the law in effect at the time of the incident applies.
Regeste / Sommaire juridique
Généré par l'IAQuestions juridiques clés & dispositions appliquées
Généré par l'IAThis provision governs the time limit for filing an appeal against an insurer's objection decision with the insurance court.
This provision indicates that cantonal law applies to the calculation of appeal periods, including court holidays, until December 31, 2007, or until cantons adapt their laws.
This provision specifies that the appeal period is suspended during the summer months from July 1st to August 15th.
This provision is cited in conjunction with § 30 VRS to define the suspension of the appeal period during summer court holidays.
Texte intégral de la décision — AGVE 2005 23
2005 Versicherungsgericht 93
unfähigkeitszeugnis“. Selbst wenn ihm das Verfassen bzw. das Diktat der Beschwerdeschrift − notfalls von zu hause aus − effektiv nicht möglich gewesen wäre, wäre ihm noch ausreichend Zeit verblieben (zwischen Unfallereignis [3. Dezember 2004] und Ende der Be- schwerdefrist [10. Dezember 2004] lagen immerhin sieben Tage), ge- stützt auf das in der Anwaltsvollmacht vereinbarte Substitutionsrecht einen seiner in der Advokatur tätigen Kanzleipartner mit dem − we- der komplizierten noch zeitaufwändigen − Mandat zu betrauen.
23 Art. 60, 82 Abs. 2 ATSG, § 30 VRS, § 89 Abs. 1 ZPO Im Verfahren vor Versicherungsgericht gelten hinsichtlich Fristenlauf und Gerichtsferien bis zur Anpassung des kantonalen Verfahrensrechts an das ATSG weiterhin die kantonalen Normen (vgl. BGE 131 V 314, 131 V 325); im Kanton Aargau demnach die Bestimmungen der VRS bzw. ZPO.
Aus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 4. Kammer, vom 1. Novem- ber 2005 in Sachen M.B. gegen Versicherung I.
Aus den Erwägungen
1.1. Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz über den All- gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Kraft ge- treten. Mit ihm sind zahlreiche Bestimmungen in den Einzelgesetzen geändert worden. In zeitlicher Hinsicht sind jedoch grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 Erw. 1), was hier mit dem Bezug des Methadons bei der Apothe- ke N. in K. in den Jahren 1995 und 1996 geschehen ist. Daran ändert nichts, dass Verfügung und Einspracheentscheid (der an die Stelle der Verfügung tritt; BGE 119 V 350 Erw. 1b mit Hinw.) erst im Jahr 2004 bzw. 2005 ergangen sind (BGE 130 V 425). Im vorliegenden Fall sind daher die bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Bestim- mungen anwendbar. 94 Versicherungsgericht 2005
Anders verhält es sich mit den verfahrensrechtlichen Neuerun- gen. Diese sind mangels anders lautender Übergangsbestimmungen mit dem Tag des Inkrafttretens sofort und in vollem Umfang an- wendbar (BGE 117 V 93 Erw. 6b, 112 V 360 Erw. 4a; RKUV 1998 S. 316 Erw. 3b). Die im ATSG enthaltenen und die gestützt darauf in den Spezialgesetzen auf den 1. Januar 2003 geänderten Verfahrens- bestimmungen gelangen daher bereits zur Anwendung. 1.2. (…). 2. Gegen Einspracheentscheide des Versicherers kann innert ei- ner Frist von 30 Tagen Beschwerde am Versicherungsgericht erhoben werden (Art. 60 ATSG). Für die Berechnung der Frist, insbesondere die Dauer der Gerichtsferien, ist bis zur Anpassung durch die Kanto- ne, längstens bis 31. Dezember 2007 (Art. 82 Abs. 2 ATSG) kantona- les Recht anwendbar (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge- richts vom 26. August 2005 i.S. Z. [U 268/03]). Die Rechtsmittelfrist steht danach in den Sommermonaten vom 1. Juli bis 15. August still (§ 30 VRS i.V.m. § 89 Abs. 1 ZPO).