# 98.99.02 — Private Law Objection to Construction Proceeding and Permit Refusal

**Numéro de cause:** 98.99.02
**Citation:** REB UR 98.99.02
**Autorité / Tribunal:** Tribunaux du Canton d'Uri
**Date de la décision:** 1999-06-18
**Issue du litige:** Irrecevable (Inadmissible)
**Canonical Legislator URL:** https://legislator.ch/fr/case/ch/ur/98.99.02/private-law-objection-to-construction-proceeding-and-permit-refusal
**Official Source URL:** https://www.ur.ch/_doc/37638
**Entscheidsuche Mirror:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_REB_001_98-99-02_1999-06-18.pdf

## Synthèse de l'arrêt (Faits & Considérants)

The court addressed a private law objection to a construction project where the objector sought the continued suspension of proceedings and requested the rejection of the building permit application. The court ruled that a request to suspend proceedings should only be granted for important reasons, not merely to delay construction, as construction is prohibited while private objections are pending. Furthermore, the court found the request to refuse the building permit inadmissible in a private law objection, as that is an administrative law matter, and determined the objector lacked standing to seek an injunction against realization because the structure in question had already been built. Consequently, due to missing procedural prerequisites concerning the inadmissibility of the request and the lack of a legitimate interest, the court declined to enter into the merits of the objection.

## Regeste / Sommaire juridique

Art. 97 ZPO; Art. 94 Abs. 2 Bst. d ZPO; Art. 94 ZPO — Art. 97 ZPO: The appeal was not entered into due to the lack of procedural requirements. Art. 94 Abs. 2 Bst. d ZPO: Cited as the basis for finding the lack of a legitimate interest for the appellant to appeal. Art. 94 ZPO: The judge must ex officio examine the admissibility of the legal requests, which involves citing this article.

## Questions juridiques clés & dispositions appliquées

### 1. Art. 97 ZPO

The appeal was not entered into due to the lack of procedural requirements.

### 2. Art. 94 Abs. 2 Bst. d ZPO

Cited as the basis for finding the lack of a legitimate interest for the appellant to appeal.

### 3. Art. 94 ZPO

The judge must ex officio examine the admissibility of the legal requests, which involves citing this article.

## Texte intégral de la décision

98/99 2 Zivilprozessordnung. Art. 78 und 94 ZPO. Beantragt eine Partei, welche
Baueinsprache erhoben hat, das Verfahren zu sistieren, darf einem solchen Antrag
nur stattgegeben werden, wenn hierfür wichtige Gründe vorliegen. Begehren wie
"Die Baubewilligung sei zu verweigern oder "Das Baugesuch sei abzulehnen" sind
bei der privatrechtlichen Baueinsprache unzulässig.
Landgerichtspräsidium Uri, 18. Juni 1999, LGP 99 146

Aus den Erwägungen:

    5. Der Einspracheführer stellt das Begehren, das Verfahren sei weiterhin sistiert zu halten.
Diesem Begehren kann nicht entsprochen werden. Der Einspracheführer darf nicht mit dem Be-
gehren um Sistierung des Verfahrens die Realisierung des Bauvorhabens verzögern. Denn so
lange privatrechtliche Einsprachen hängig sind, darf (selbst, wenn die Baubewilligung bereits
rechtskräftig erteilt ist,) mit den Bauarbeiten dennoch nicht begonnen werden (Art. 14c BauG).

     6. Der Richter prüft von Amtes wegen, ob die gesetzlichen Voraussetzungen des Verfahrens
erfüllt sind, insbesondere die Zulässigkeit der gestellten Rechtsbegehren und das Rechts-
schutzinteresse des Einspracheführers (Art. 94 ZPO).
     a) Der Einspracheführer hat in der Baueinsprache den Antrag gestellt, das vorliegende Bau-
bewilligungsgesuch sei abzulehnen. Dieser Antrag beschlägt nicht das privatrechtliche, sondern
das öffentlichrechtliche Baueinspracheverfahren. Die Baubewilligung ist klarerweise ein Institut des
öffentlichrechtlichen und nicht des privatrechtlichen Baueinspracheverfahrens. Mit der privatrecht-
lichen Baueinsprache kann dem Zivilrichter zwar sinngemäss der Antrag unterbreitet werden, es
sei die Verwirklichung des Bauvorhabens zu untersagen, nicht aber, die Baubewilligung sei zu
verweigern. In Anbetracht dessen ist der Antrag des Einspracheführers nicht zulässig.

      b) Nach Auskunft des Gemeindeschreibers von A. ist die Stützmauer, die Gegenstand des
Baueinspracheverfahrens bildet, bereits erstellt. Auf diese Tatsache weist auch die Publikation des
Baugesuches im Urner Amtsblatt hin. Wenn, wie vorliegend das Bauvorhaben bereits verwirklicht
ist, besteht für niemanden mehr ein legitimes Interesse, (privatrechtliche) Baueinsprache zu erhe-
ben (bzw. dem Richter den Antrag zu stellen, die Realisierung des Bauvorhabens sei zu untersa-
gen). Es fehlt hier somit am Rechtsschutzinteresse des Einspracheführers (Art. 94 Abs. 2 Bst. d
ZPO).

    In Berücksichtigung der fehlenden Verfahrensvoraussetzungen ist auf die Baueinsprache nicht
einzutreten (Art. 97 ZPO).
