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350.14.333 • ZMG BL 350.14.333 AI generated

Retroactive Collection of Third-Party Phone Data Permitted for Bomb Threat Investigation

Case Number 350.14.333
Court / Authority
Jurisdiction Switzerland · Canton of Basel-Landschaft (CH-BL)
Decision Date
Outcome Allowed / Granted

Legislator summary

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The court allowed the retroactive collection of telecommunications data from a third-party phone line, specifically a municipal connection, based on concrete indications that the perpetrator of a bomb threat had called this number. The court revised its prior jurisprudence, aligning with a higher court's ruling that such surveillance of third-party lines is permissible if there are sufficient grounds to believe the suspect has called that line, especially when investigating serious offenses where public safety is at risk. The court found that the privacy interests of third parties are outweighed by the need to uncover the perpetrators of dangerous crimes.

Legislator headnote

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Art. 270 lit. b StPO, Art. 270 lit. b Ziff. 1 StPO; Retroactive Collection of Third-Party Phone Data Permitted for Bomb Threat Investigation: The court revised its prior jurisprudence, aligning with a higher court's ruling that such surveillance of third-party lines is permissible if there are sufficient grounds to believe the suspect has called that line, especially when investigating serious offenses where public safety is at risk. The court found that the privacy interests of third parties are outweighed by the need to uncover the perpetrators of dangerous crimes.

Keywords

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public safety prior investigation public data public interest grounds seizure of electronic data protection of communications

Cited Legislation

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Key legal questions extracted by Legislator

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Art. 270 lit. b StPO

Used to establish the conditions for monitoring the telecommunication connection of a third party.

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Full text

Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts vom 24. Juli 2014 (350 14 333)

Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft www.bl.ch/zmg

24. Juli 2014

Geheime Überwachung

Rück-ID von Drittpersonen: Änderung der Rechtsprechung *Die Überwachung von Drittanschlüssen ist zulässig, wenn der Beschuldigte auf diesen Anschluss anruft, soweit für einen solchen Anruf hinreichende Anhaltspunkte bestehen.*

Erwägungen

(…)

2.2

2.2.1 Gemäss Art. 270 lit. b StPO darf der Fernmeldeanschluss von Drittpersonen überwacht werden, wenn auf Grund bestimmter Tatsachen angenommen werden muss, dass die beschuldigte Person den Fernmeldeanschluss der Drittperson benutzt oder die Drittperson für die beschuldigte Person bestimmte Mitteilungen entgegennimmt oder von dieser stammende Mitteilungen an eine weitere Person weiterleitet.

Das Bundesgericht hat im Entscheid 138 IV 232 erkannt, dass Art. 270 lit. b Ziff. 1 StPO auch die Überwachung von Drittanschlüssen erlaube, auf die der Beschuldigte anruft, soweit für einen solchen Anruf hinreichende Anhaltspunkte bestehen. Die Verhältnismässigkeit einer entsprechenden Massnahme bedürfe jedoch stets der besonders genauen Prüfung aufgrund der konkreten Verhältnisse (E. 6.3). Diese Bundesgerichtspraxis zur aktiven (inhaltlichen) Gesprächsüberwachung gilt auch für die rückwirkende Erhebung von Telefonie-Randdaten (1B_251/2013, E. 5.6), dies jedenfalls dann, wenn es um die Aufklärung schwerwiegender Delikte (im Entscheid 1B_251/2013 ging es um die Telefonie-Randdaten eines getöteten Opfers) geht. Das dem Art. 270 lit. b StPO zugrunde liegende gesetzgeberische Motiv, die Privatsphäre von Dritten möglichst zu schützen, kann hier der verfügten Untersuchungsmassnahme grundsätzlich nicht entgegengehalten werden. Gerade bei Opfern von Schwerverbrechen kann die Randdatenerhebung (etwa von Mobiltelefon-Standorten des Opfers oder betreffend Empfänger und Absender von Nachrichten und Anrufen) sogar von grosser Wichtigkeit für die Fahndung und Verbrechensaufklärung sein (Entscheid des Bundesgerichts 1B_251/2013 vom 30.08.2013 E. 5.6).

An der bisherigen Rechtsprechung des Zwangsmassnahmengerichts (vgl. E. ntscheid vom 26. Juli 2011 i.S. J.W. ) kann im Hinblick auf diese neuesten höchstrichterlichen Entscheide nicht mehr festgehalten werden.

2.2.2. Vorliegend bestehen konkrete Anhaltspunkte, dass über die rückwirkende Randdatenerhebung auf den Telefonanschluss der Gemeinde A. die bislang unbekannte Täterschaft betreffend die Bombendrohung ermittelt werden kann. Es ist davon auszugehen, dass die unbekannte Täterschaft auf den Festnetzanschluss der Gemeinde angerufen hat. Insbesondere angesichts der Schwere des Delikts bzw. der von der Täterschaft ausgehenden Gefahr für die Allgemeinheit - möglicherweise sind Menschenleben in Gefahr -sind die Voraussetzungen der Überwachung einer Drittperson gemäss Art. 270 lit. b StPO gegeben.

(…)