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350.11.562 • ZMG BL 350.11.562 Abgewiesen (Dismissed) KI-strukturiert

350.11.562 — Urgent Suspicion Required for Retroactive Subscriber Identification

Geschäftsnummer 350.11.562 (BL_ZMG_001_350-11-562_2011-12-12)
Gericht / Behörde
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Rechtsordnung Kanton Basel-Landschaft — Kantonale Gerichte (CH-BL)

Zusammenfassung (Sachverhalt & Erwägungen)

KI-strukturiert

A request for retroactive subscriber identification requires a strong suspicion of criminal activity, which is a lower threshold than that needed for pre-trial detention or active surveillance of telecommunications. This is because retroactive identification is considered a less intrusive measure, aimed at gathering evidence that may justify further actions like detention, rather than establishing suspicion itself. The law specifically requires a "dringender Tatverdacht" (urgent suspicion) for this measure, not merely sufficient grounds.

Leitsatz / Regeste

KI-strukturiert
Art. 273 Abs. 1 StPO — Art. 273 Abs. 1 StPO: Cited as the legal basis requiring a strong suspicion for retroactive subscriber identification.

Rechtsfragen & angewandte Gesetzesbestimmungen

KI-strukturiert
Art. 273 Abs. 1 StPO

Cited as the legal basis requiring a strong suspicion for retroactive subscriber identification.

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Volltext des Entscheids — 350.11.562

Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts vom 12. Dezember 2011 (350 11 562)

Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft www.bl.ch/zmg

12. Dezember 2011

Geheime Überwachung Dringender Tatverdacht

*Eine Rück-ID bedarf eines dringenden Tatverdachts, dessen Schwelle allerdings tiefer als für die Anordnung von Untersuchungshaft oder einer aktiven Überwachung des Fernmeldeverkehrs anzusetzen ist.*

Erwägungen

2.2 Ein dringender Tatverdacht liegt vor, wenn aufgrund konkreter Umstände und Erkenntnisse eine gewisse Wahrscheinlichkeit auf einen Schuldspruch besteht (Marc Jean-Richarddit-Bressel, in: Marcel Alexander Niggli / Marianne Heer / Hans Wiprächtiger [Herausgeber], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Jugendstrafprozessordnung, Basel 2011, Art. 269 N 34). Verglichen mit einer aktiven Überwachung des Fernemeldeverkehrs stellt eine Rück-ID einen geringeren Grundrechtseingriff dar (BBl 2006 1250). Die Schwelle für Überwachungen ist auch tiefer als bei Anordnung von Untersuchungshaft, weil durch die Überwachung gerade Beweismittel beschafft werden sollen, welche die Inhaftierung eines Tatverdächtigen ermöglichen (so auch: Thomas Hansjakob, in: Andreas Donatsch / Thomas Hansjakob / Viktor Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich 2010, Art. 269 N 17).

Ungeachtet dessen ist festzuhalten, dass der Gesetzgeber auch bei der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation einen dringenden und nicht bloss einen hinreichenden Tatverdacht verlangt (vgl. Art. 273 Abs. 1 StPO). Insbesondere darf die Überwachung nicht dazu dienen, einen Tatverdacht erst zu begründen (Christof Riedo/Gerhard Fiola/Marcel Alexander Niggli, Strafprozessrecht, Basel 2011, S. 319).