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ERZ 21 38 ARGVP 2021 • OG AR ERZ 21 38 ARGVP 2021 Abgewiesen (Dismissed) KI-strukturiert

ERZ 21 38 ARGVP 2021 — Child Witness Competency Determination

Geschäftsnummer ERZ 21 38 ARGVP 2021 (AR_OG_008_ERZ-21-38-ARGVP-2021_nodate)
Gericht / Behörde
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Rechtsordnung Kanton Appenzell Ausserrhoden — Kantonale Gerichte (CH-AR)

Zusammenfassung (Sachverhalt & Erwägungen)

KI-strukturiert

In a dispute where one party sought to introduce testimony from a seven-year-old child regarding statements allegedly made by the opposing parent, the court ruled against the request for examination, even an informal one. The reasoning was that while the law does not set a minimum age for witnesses, testimony is contingent upon the capacity to form a judgment, which is generally presumed only from the age of twelve; since the child was under seven, they were deemed incapable of forming a judgment, rendering any form of evidentiary hearing unreasonable and therefore impermissible under procedural rules governing witness examination.

Leitsatz / Regeste

KI-strukturiert
In a dispute where one party sought to introduce testimony from a seven-year-old child regarding statements allegedly made by the opposing parent, the court ruled against the request for examination, even an informal one. The reasoning was that while the law does not set a minimum age for witnesses, testimony is contingent upon the capacity to form a judgment, which is generally presumed only from the age of twelve; since the child was under seven, they were deemed incapable of forming a judgment, rendering any form of evidentiary hearing unreasonable and therefore impermissible under procedural rules governing witness examination.

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Volltext des Entscheids — ERZ 21 38 ARGVP 2021

AR GVP 33/2021 Nr. 3823

Zeugnisfähigkeit (Art. 169 ZPO). Ein 7jähriges Kind ist noch nicht urteilsfähig und von einer Zeugenbefra- gung - auch einer informellen gemäss Art. 168 Abs. 2 ZPO - ist deshalb abzusehen.

Verfügung des Einzelrichters des Obergerichts, 04.10.2021, ERZ 21 38

Aus den Erwägungen: i) Zum Beweis für ihre Behauptung, der Kindsvater habe den Kindern gegenüber geäussert, die Kindsmutter komme ins Gefängnis, wenn sie die Kinder nicht umgehend in A. einschule, hat die Gesuchstellerin die Anhö- rung von B. angeboten. Es geht dabei nicht um eine Anhörung nach Art. 298 ZPO, sondern um ein Beweismit- tel nach Art. 150 ff. ZPO. Zwar kennt das Gesetz kein Mindestalter für Zeugen, eine Befragung wird aber nur durchgeführt, wenn zumin- dest die Urteilsfähigkeit vorhanden ist (SCHMID/BAUMGARTNER, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], ZPO, 3. Aufl. 2021, N. 2 zu Art. 169 ZPO). Dies ist nach einer allgemeinen Vermutung ab dem 12. Altersjahr eines Kindes der Fall. B. wird im November 2021 sieben Jahre alt und ist somit noch nicht urteilsfähig. Von einer Zeugenbefragung ist deshalb abzusehen (vgl. auch dieselben, a.a.O., N. 3 zu Art. 169 ZPO). Weil im Bereich der Kinderbelange der Freibeweis gilt (STALDER/VAN DE GRAAF, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], ZPO, 3. Aufl. 2021, N. 3 zu Art. 296 ZPO) wäre eine formlose Anhörung von B. zulässig (entgegen Art. 168 Abs. 1 ZPO, vgl. aber Abs. 2 von Art. 168 ZPO). In der jetzigen Situation und mit Blick auf sein gerin- ges Alter ist B. eine Beweis-Anhörung nicht zumutbar, weshalb davon abgesehen wird.

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