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BGE 93 II 436 KI-generiert

Berufung. Begriff der Zivilrechtsstreitigkeit (Art. 44 ff. OG). Entscheide über die Bewilligung des Rechtsvorschlages in der Wechselbetreibung sind nicht solche in Zivilsachen. Sie unterliegen daher der Berufung nicht.

Geschäftsnummer BGE 93 II 436
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)

Legislator-Zusammenfassung

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Bill of Exchange Enforcement Opposition Denial Not Appealable to Federal Supreme Court A company initiated a bill of exchange enforcement against a limited company that had accepted the bill but failed to pay upon maturity, leading the limited company to file an opposition (Rechtsvorschlag). Both the lower court and the appellate court denied the opposition (Rechtsvorschlag), and the limited company filed an appeal to the Federal Supreme Court. The Federal Supreme Court ruled the appeal inadmissible, holding that decisions on denying an opposition in bill of exchange summary proceedings are not judgments in civil matters subject to Federal Supreme Court appeal under Articles 44 ff. of the Organisatiogesetz (OG). The court reasoned that these decisions are purely matters of enforcement law, concerning only the course of the debt collection procedure and not the definitive, permanent regulation of civil law relationships or the existence of the underlying claims, which can still be challenged in ordinary civil proceedings (Art. 187 SchKG).

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Berufung. Begriff der Zivilrechtsstreitigkeit (Art. 44 ff. OG). Entscheide über die Bewilligung des Rechtsvorschlages in der Wechselbetreibung sind nicht solche in Zivilsachen. Sie unterliegen daher der Berufung nicht.

Schlagwörter

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gezogener Wechsel Widerspruchsverfahren Schuldbetreibung Zivilurteil Markenwiderspruch Wechselprotest

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 187 SchKG
Demzufolge räumt Art. 187 SchKG dem Schuldner, der infolge Unterlassung oder Nichtbewilligung eines Rechtsvorschlages eine Nichtschuld bezahlt hat, das Recht ein, auf dem ordentlichen Prozessweg den bezahlten Betrag zurückzufordern.
Art. 48 OG
Da der angefochtene Entscheid nicht eine Zivilsache betrifft, ist auf die Berufung nicht einzutreten und braucht nicht geprüft zu werden, ob die Voraussetzungen eines Endentscheides nach Art. 48 OG vorliegen, wie die Klägerin geltend macht.

Zitierte Rechtsprechung

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BGE 91 II 54
BGE 91 II 54 und 396 sowie dort erwähnte frühere Entscheide).
BGE 81 II 83
SchKG) (BGE 81 II 83 Erw.
BGE 72 II 54
BGE 72 II 54 und dort erwähnte Entscheide, BGE 76 I 48) und fast einhelligem Schrifttum (vgl.
BGE 76 I 48
BGE 72 II 54 und dort erwähnte Entscheide, BGE 76 I 48) und fast einhelligem Schrifttum (vgl.
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5A_424/2015 (2016-04-27)
«…icht über den Bestand der in Betreibung gesetzten Forderung, sondern nur über deren Vollstreckbarkeit entscheidet ( BGE 93 II 436 E. 2 S. 437; STAEHELIN, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 68 zu…»
5A_357/2008 (2008-11-05)
«…( art. 42 LTF ), contre une décision finale ( art. 90 LTF ) rendue en matière civile ( art. 72 al. 2 let. a LTF ; ATF 93 II 436 consid. 1 p. 437; 81 II 82 consid. 1 in fine p. 84; arrêt 5C.234/1991 du 30 avril 1992 consid. 1, non publié in ATF…»
5C.3/2007 (2007-08-09)
«…Art. 285 ff. SchKG wird praxisgemäss wie eine zivilrechtliche Streitigkeit behandelt ( BGE 81 II 82 E. 1 S. 83 f.; 93 II 436 E. 1 S. 437; 130 III 235 E. 1). Die Berufung ist rechtzeitig eingelegt worden ( Art. 54 Abs. 1 OG ) und richtet sich…»
5P.290/2006 (2006-10-12)
«…pposition ( art. 82 LP ; ATF 120 Ia 256 consid. 1a p. 257; 111 III 8 consid. 1 p. 9; 98 Ia 527 consid. 1 p. 532; 93 II 436 consid. 2 p. 437/438 et les références), le présent recours est recevable au regard des art. 84 al. 2, 86 al. 1, 87 (a…»
5C.36/2006 (2006-06-01)
«…und Konkursrechts, 7. Aufl., Bern 2003, § 4 N. 55); diese gilt als Zivilrechtsstreitigkeit mit Vermögenswert (vgl. BGE 93 II 436 E. 1 S. 437). Die Streitwertgrenze von Fr. 8'000.-- ist bei Weitem erreicht. Die Berufungen sind somit zulässig ( Art.…»
5P.18/2006 (2006-05-03)
«…testation civile au sens des art. 44 et 46 OJ , de sorte qu'elles ne sont pas susceptibles de recours en réforme ( ATF 93 II 436 consid. 2 p. 436/437). Les griefs invoqués ne pouvant être soumis par un autre moyen de droit au Tribunal fédéral, la…»
5P.138/2006 (2006-05-01)
«…testation civile au sens des art. 44 et 46 OJ , de sorte qu'elles ne sont pas susceptibles de recours en réforme ( ATF 93 II 436 consid. 2 p. 436/437). Les griefs invoqués ne pouvant pas être soumis par un autre moyen de droit au Tribunal fédéral,…»
5C.39/2006 (2006-04-07)
«…llen. Gegenstand der Entscheidung muss jedoch der Bestand oder eine Einschränkung zivilrechtlicher Ansprüche sein ( BGE 93 II 436 E. 1 S. 437). Diese Voraussetzung ist beim vorliegenden Widerspruchsverfahren nach Art. 106 bis 109 i.V.m. Art. 140 S…»
5P.321/2005 (2006-01-27)
«…n dernière instance cantonale la mainlevée provisoire de l'opposition ( art. 82 LP ; ATF 120 la 256 consid. 1a p. 257; 93 II 436 consid. 2 p. 437/438 et les références), le présent recours est recevable au regard des art. 86 al. 1, 87 (a contrario…»
5P.149/2005 (2005-12-21)
«…station civile au sens des art. 44 et 46 OJ , de sorte qu'elles ne sont pas susceptibles d'un recours en réforme ( ATF 93 II 436 consid. 2 p. 437). 1.2 En vertu de l' art. 90 al. 1 let. b OJ , l'acte de recours doit - sous peine d'irrecevabilité -…»
5C.169/2005 (2005-12-07)
«…doit toutefois être assimilée à une contestation civile pouvant en principe faire l'objet d'un recours en réforme ( ATF 93 II 436 consid. 1; 81 II 82 consid. 1 in fine; 118 II 150 , consid. 1 non publié). Interjeté en temps utile ( art. 54 al. 1…»
5C.170/2005 (2005-12-07)
«…doit toutefois être assimilée à une contestation civile pouvant en principe faire l'objet d'un recours en réforme ( ATF 93 II 436 consid. 1; 81 II 82 consid. 1 in fine; 118 II 150 , consid. 1 non publié). Interjeté en temps utile ( art. 54 al. 1…»
5P.88/2005 (2005-10-19)
«…testation civile au sens des art. 44 et 46 OJ , de sorte qu'elles ne sont pas susceptibles de recours en réforme ( ATF 93 II 436 consid. 2 p. 436/437). Les griefs invoqués ne pouvant pas être soumis par un autre moyen de droit au Tribunal fédéral,…»
5P.171/2005 (2005-10-07)
«…nce cantonale la mainlevée provisoire de l'opposition ( art. 82 LP ; ATF 120 la 256 consid. 1a; 111 III 8 consid. 1; 93 II 436 consid. 2 et les références), le présent recours est recevable au regard des art. 86 al. 1, 87 (a contrario) et 89 al.…»
5P.174/2005 (2005-10-07)
«…i déclare irrecevable l'opposition du poursuivi ( art. 81 et 82 LP ; ATF 120 la 256 consid. 1a; 111 III 8 consid. 1; 93 II 436 consid. 2 et les références), le présent recours de droit public est recevable au regard des art. 86 al. 1, 87 (a cont…»

Volltext

Urteilskopf

93 II 436

56. Urteil der I. Zivilabteilung vom 8. Dezember 1967 i.S. Sunfona AG gegen Jo. Wolter & Co.

Regeste

Berufung.

Begriff der Zivilrechtsstreitigkeit (Art. 44 ff. OG).

Entscheide über die Bewilligung des Rechtsvorschlages in der Wechselbetreibung sind nicht solche in Zivilsachen.

Sie unterliegen daher der Berufung nicht.

Sachverhalt ab Seite 436

BGE 93 II 436 S. 436

A.- Die Firma Jo. Wolter & Co. stellte am 7. März 1967 an die eigene Order einen auf die Sunfona AG gezogenen Wechsel über DM 100 000.-- aus, der von der Bezogenen angenommen wurde. Da der Wechsel nach Verfall nicht bezahlt wurde, leitete die Firma Jo. Wolter & Co. mit Zahlungsbefehl vom 3. Juli 1967 gegen die Sunfona AG die Wechselbetreibung für eine Forderung von Fr. 32 931.60 nebst Zinsen und Kosten ein. Die Sunfona AG erhob Rechtsvorschlag.

BGE 93 II 436 S. 437

B.- Der Einzelrichter im summarischen Verfahren des Bezirkes Zürich verweigerte am 20. Juli 1967 die Bewilligung des Rechtsvorschlages. Der von der Klägerin gegen die einzelrichterliche Verfügung eingereichte Rekurs wurde vom Obergericht des Kantons Zürich am 21. September 1967 abgewiesen.

Die Klägerin führte gegen den Entscheid des Obergerichts kantonale Nichtigkeitsbeschwerde, die vom Kassationsgericht des Kantons Zürich am 10. November 1967 abgewiesen wurde.

C.- Die Klägerin hat gegen das Urteil des Obergerichts die Berufung an das Bundesgericht erklärt mit dem Antrag, das vorinstanzliche Urteil aufzuheben und den Rechtsvorschlag zu bewilligen.

Die Beklagte beantragt, auf die Berufung nicht einzutreten, eventuell das angefochtene Urteil zu bestätigen und den Rechtsvorschlag zu verweigern.

Erwägungen

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1. Die Berufung an das Bundesgericht ist von hier nicht zutreffenden Ausnahmen (Art. 44 lit. a-c, 45 lit. b OG) abgesehen, nur in Zivilrechtsstreitigkeiten zulässig (Art. 44 eingangs und 46 OG). Darunter ist ein Zweiparteienverfahren zu verstehen, das auf die endgültige, dauernde Regelung zivilrechtlicher Verhältnisse durch behördlichen Entscheid abzielt (vgl. BGE 91 II 54 und 396 sowie dort erwähnte frühere Entscheide). In den vom Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz vorgesehenen Prozessen ist dies dahin zu verstehen, dass auch die bloss für das betreffende Vollstreckungsverfahren geltenden Entscheidungen in Betracht fallen. Gegenstand der Entscheidung muss jedoch der Bestand zivilrechtlicher Ansprüche oder eine Beschränkung ihrer Geltendmachung oder endlich ein Eingriff in solche Ansprüche sein (was abgesehen von den Kollokationsklagen auch bei den im ordentlichen Verfahren zu erledigenden Widerspruchs-, Aussonderungs- und Admassierungs- sowie Anfechtungsprozessen zutrifft, Art. 106 ff., 240, 242, 285 ff. SchKG) (BGE 81 II 83 Erw. 1).

2. Entscheide im Rechtsöffnungsverfahren sind nicht solche in Zivilsachen, sondern reine Vollstreckungserkenntnisse, und zwar auch dann, wenn vorfrageweise materielles Recht zu prüfen ist. Der Rechtsöffnungsrichter befindet auch im letztern Fall nicht über den Bestand der in Betreibung gesetzten Forderung,

BGE 93 II 436 S. 438

sondern nur über deren Vollstreckbarkeit. Die Berufung ist daher gegen Rechtsöffnungsentscheide nach ständiger Rechtsprechung (vgl. BGE 72 II 54 und dort erwähnte Entscheide, BGE 76 I 48) und fast einhelligem Schrifttum (vgl. FAVRE, Droit des poursuites, 2. Aufl., 1967, S. 145, Ziff. 4 und FRITZSCHE, Schuldbetreibung und Konkurs I, 2. Aufl., 1967, S. 136, BIRCHMEIER, Bundesrechtspflege, S. 125, a. M. GULDENER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, S. 36, N. 43, der allerdings die öffentlichrechtliche Natur der betreibungsrechtlichen Klagen anerkennt) nicht zulässig.

Es besteht kein Grund, Entscheide über die Bewilligung des Rechtsvorschlages in der Wechselbetreibung anders zu behandeln als Rechtsöffnungsentscheide. Auch sie sind bloss vollstreckungsrechtlicher Art, betreffen als solche nicht die im Streite liegenden Ansprüche, sondern bloss den Gang des Verfahrens. Demzufolge räumt Art. 187 SchKG dem Schuldner, der infolge Unterlassung oder Nichtbewilligung eines Rechtsvorschlages eine Nichtschuld bezahlt hat, das Recht ein, auf dem ordentlichen Prozessweg den bezahlten Betrag zurückzufordern. In diesem Sinne hat die Rechtsprechung bereits unter der Herrschaft des alten Organisationsgesetzes entschieden (vgl. BGE 19/161 und 162).

Da der angefochtene Entscheid nicht eine Zivilsache betrifft, ist auf die Berufung nicht einzutreten und braucht nicht geprüft zu werden, ob die Voraussetzungen eines Endentscheides nach Art. 48 OG vorliegen, wie die Klägerin geltend macht.

Dispositiv

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.