Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 135 II 310 KI-generiert

Property Owner v. Expropriation for Lido Expansion (Finality of First-Stage Expropriation Decision)

Geschäftsnummer BGE 135 II 310
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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In this case, a district council in Küssnacht decided to expropriate a parcel of land measuring 2,340 square meters from a property (GB 794 Küssnacht) to expand a lakeside recreational facility, creating a new property (GB 4064 Küssnacht). The owner, referred to as X, contested this decision, citing an infringement of property rights and requested its annulment. The complaint was initially brought before the government of the Canton of Schwyz but was transferred to the administrative court, which upheld the district council's decision, emphasizing the legal basis, public interest, and proportionality of the expropriation. Subsequently, X appealed to the Swiss Federal Tribunal, which ultimately retained the administrative court’s decision under the public law framework. The expropriation process in Schwyz is described as two-tiered, with the initial ruling on the legality and scope of expropriation considered final before compensation matters are addressed.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 90 BGG; Expropriationsgesetz des Kantons Schwyz vom 1. Dezember 1870; zweistufiges kantonales Enteignungsverfahren; Entscheid über Zulässigkeit und Umfang der Enteignung als Endentscheid. Ist das kantonale Enteignungsverfahren wie im Kanton Schwyz zweistufig ausgestaltet mit Entscheid über Zulässigkeit und Umfang der Enteignung auf der ersten Stufe und Entscheid über die Entschädigung auf der zweiten, so ist der erste Entscheid ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG, falls das Verfahren auf der zweiten Stufe erst eingeleitet werden darf, wenn auf der ersten rechtskräftig entschieden worden ist (E. 1.2).

Schlagwörter

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Enteignung Eigentumsrecht Liegenschaftsgrenze Mietzinsfestlegung öffentliches Eigentum Erwerb von Grundeigentum

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 66 al. 1 LTF

The appeal was dismissed, leading to the imposition of court costs.

Art. 90 BGG

The decision was based on the finding that the cantonal decision on the admissibility and scope of the expropriation constitutes a final decision within the meaning of this article.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (10)

CDP.2023.266 (2023-12-19) · ne
Appeal Inadmissibility Regarding Reimbursement Obligation Assessment
«…seconde phase relative à la fixation de l'indemnité ne peut intervenir que lorsque la première phase est terminée ([ATF 135 II 310](http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=135_II_310), JT 2010 I 733). A par contre été qualifiée d'incidente la décis…»
VWBES.2021.449 (2023-02-01) · so
Property Owners' Appeal Against Development Contribution Remand Dismissed
«…; Urteil 2C\_434/2008 vom 3. März 2009 E. 1.3). In der neueren Praxis zu Art. 90 BGG habe sich das Bundesgericht in BGE 135 II 310 zum zweistufigen Enteignungsverfahren des Kantons Schwyz geäussert. Während auf der ersten Stufe der Bezirksrat über Zu…»
2C_842/2021 (2022-12-23)
«…(Urteil 2C_234/2008 vom 3. März 2009 E. 1.3). In der neueren Praxis zu Art. 90 BGG hat sich das Bundesgericht in BGE 135 II 310 zum zweistufigen Enteignungsverfahren des Kantons Schwyz geäussert. Während auf der ersten Stufe der Bezirksrat über Z…»
1C_177/2021 (2022-03-10)
«…stufe gefällten Entscheid über Zulässigkeit und Umfang der Enteignung als Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG ( BGE 135 II 310 E. 1.2; Urteil des Bundesgerichts 1C_580/2020 vom 9. Dezember 2021 E. 1.2). Gemäss Art. 33 Abs. 2 des Enteignungsgeset…»
1C_580/2020 (2021-12-09)
«…stufe gefällten Entscheid über Zulässigkeit und Umfang der Enteignung als Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG ( BGE 135 II 310 E. 1.2). Aufgrund einer Totalrevision wurde dieser Erlass durch das kantonale Enteignungsgesetz vom 22. April 2009 (En…»
1C_439/2020 (2021-09-09)
«…90 ff. BGG zu beurteilen (vgl. oben E. 2.1). In der neueren Praxis zu Art. 90 BGG hat sich das Bundesgericht in BGE 135 II 310 zum zweistufigen Enteignungsverfahren des Kantons Schwyz geäussert. Während auf der ersten Stufe der Bezirksrat über Z…»
2C_699/2018 (2019-06-11)
«…Urteil 2C_434/2008 vom 3. März 2009 E. 1.3). In der neueren Praxis zu Art. 90 BGG hat sich das Bundesgericht in BGE 135 II 310 zum zweistufigen Enteignungsverfahren des Kantons Schwyz geäussert. Während auf der ersten Stufe der Bezirksrat über Z…»
100 2014 7 (2016-11-07) · be
Cantonal Tax Appeal on Franchise Fee Reclassification Ruled Inadmissible as Interim Decision
«…als Endentscheid gilt, wenn dieses erste Verfahren losgelöst vom nachfolgenden zweiten Verfahren zu sehen ist (vgl. BGE 135 II 310 E. 1.2; BGer 1C_391/2014 vom 3.3.2016, E. 1.4, 2C_434/2008 vom 3.3.2009, E. 1.3). Die neuere amtlich publizierte Rechts…»
1C_266/2012 (2012-08-28)
«…verfahrens] und BGE 110 Ia 134 E. 1 S. 135 [Abgrenzung eines Perimetergebiets], beide zu Art. 87 OG : vgl. auch BGE 135 II 310 E. 1.2 S. 311 f. [zweistufiges Enteignungsverfahren]). Dagegen steht grundsätzlich die Beschwerde in öffentlich-rechtl…»
1C_223/2010 (2010-10-21)
«…t la seconde l'indemnisation -, la première décision constitue une décision finale au sens de l' art. 90 LTF (cf. ATF 135 II 310 consid. 1.2). Les autres conditions formelles de recevabilité sont remplies, de sorte qu'il y a lieu d'entrer en matiè…»

Volltext

Urteilskopf

135 II 310

31. Auszug aus dem Urteil der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung i.S. X. gegen Bezirksrat Küssnacht (Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten)

1C_39/2009 vom 18. Mai 2009

Regeste

Art. 90 BGG ; Expropriationsgesetz des Kantons Schwyz vom 1. Dezember 1870; zweistufiges kantonales Enteignungsverfahren; Entscheid über Zulässigkeit und Umfang der Enteignung als Endentscheid.

Ist das kantonale Enteignungsverfahren wie im Kanton Schwyz zweistufig ausgestaltet mit Entscheid über Zulässigkeit und Umfang der Enteignung auf der ersten Stufe und Entscheid über die Entschädigung auf der zweiten, so ist der erste Entscheid ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG , falls das Verfahren auf der zweiten Stufe erst eingeleitet werden darf, wenn auf der ersten rechtskräftig entschieden worden ist (E. 1.2).

Sachverhalt ab Seite 311

BGE 135 II 310 S. 311

A. Mit Beschluss vom 11. Juni 2008 verfügte der Bezirksrat Küssnacht zwecks Erweiterung des Strandbads Seeburg die enteignungsweise Übertragung von 2'340 m 2 Land ab der Liegenschaft GB 794 Küssnacht auf den Bezirk Küssnacht zu Eigentum zur Bildung der neuen Liegenschaft GB 4064 Küssnacht.

B. In der Folge erhob X. Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Schwyz und verlangte die Aufhebung des Beschlusses des Bezirksrats Küssnacht vom 11. Juni 2008. Nach Überweisung dieses Rechtsmittels an das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz wies dieses die Beschwerde mit Entscheid vom 20. November 2008 ab. Es erwog, für die streitige Enteignung bestehe eine formell-gesetzliche Grundlage, es sei ein öffentliches Interesse gegeben und die Massnahme sei verhältnismässig.

C. Mit Eingabe vom 26. Januar 2009 (...) verlangt X. beim Bundesgericht (...) die Aufhebung des verwaltungsgerichtlichen Entscheids vom 20. November 2008 (...). Er rügt eine Verletzung der Eigentumsgarantie ( Art. 26 BV ). (...)

Das Bundesgericht weist die als Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten behandelte Eingabe ab, soweit es darauf eintritt.

(Auszug)

Erwägungen

Aus den Erwägungen:

1.

1.2 Das schwyzerische Enteignungsverfahren ist zweistufig aufgebaut. Auf der ersten Stufe entscheidet nach § 2 Abs. 1 des Expropriationsgesetzes des Kantons Schwyz vom 1. Dezember 1870 (SRSZ 470.100; im Folgenden: EntG/SZ) in

BGE 135 II 310 S. 312

Bezirksangelegenheiten der Bezirksrat über die Zulässigkeit und den Umfang der Enteignung. Gegen dessen Entscheid stehen als Rechtsmittel die Verwaltungsbeschwerde an den Regierungsrat (§ 45 Abs. 1 lit. b der Verordnung vom 6. Juni 1974 über die Verwaltungsrechtspflege [SRSZ 234.110; im Folgenden: VRP/SZ] i.V.m. § 2 Abs. 2 EntG /SZ) und danach die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zur Verfügung ( § 51 lit. a VRP /SZ). Auf der zweiten Stufe des Enteignungsverfahrens legt die zuständige Schätzungskommission die Entschädigungssumme fest (§ 1 Abs. 1 der Vollzugsverordnung vom 23. Dezember 1974 zum Enteignungsrecht [SRSZ 470.111; im Folgenden: VVEntG] i.V.m. § 14 EntG /SZ). Ihr Entscheid kann mit Klage beim Verwaltungsgericht angefochten werden (§ 3 Abs. 1 VVEntG i.V.m. § 14 EntG /SZ). Nach der kantonalen Rechtsprechung darf die Schätzungskommission erst tätig werden, wenn das Verfahren der ersten Stufe rechtskräftig abgeschlossen ist. Auf den angefochtenen Entscheid, bei dem es um die Frage der Zulässigkeit und des Umfangs der strittigen Enteignung geht, kann demnach in einem nachfolgenden Schätzungsverfahren grundsätzlich nicht mehr zurückgekommen werden. Er ist daher abschliessend im Sinne von Art. 90 BGG und gilt deshalb als Endentscheid.