Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 117 IV 427 KI-generiert

Aggravated Robbery Involving Headlock and Knife Threat

Geschäftsnummer BGE 117 IV 427
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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Aggravated Robbery Involving Headlock and Knife Threat In a robbery, the perpetrator put the victim in a headlock, threatening to cut off his air supply, while simultaneously holding a knife to his throat, leading the court to convict him of aggravated robbery under Art. 139 Ziff. 3 StGB (endangering the victim's life). The Federal Supreme Court confirmed the conviction, reasoning that a highly imminent, acute, and concrete danger of death is present when the combination of restricting the victim's breathing to "hardly sufficient air" and posing a direct threat with a knife to the throat makes a fatal injury probable, even from a slight, uncontrolled movement or struggle, and the perpetrator must have recognized this objective life-endangering situation, even if only with *dolus eventualis*.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 139 Ziff. 3 StGB; In-Lebensgefahr-Bringen des Opfers. Bei der Auslegung des Qualifikationsgrundes ist entscheidend, ob aufgrund der Tatumstände und des tatsächlichen Verhaltens des Täters die konkrete Gefahr einer tödlichen Verletzung des Opfers sehr nahe liegt. Dies trifft zu, wenn der Täter dem Opfer kaum ausreichend Luft zum Atmen lässt und ihm gleichzeitig ein Messer an die Kehle hält.

Schlagwörter

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qualifizierter Raub drohende Gefahr versuchte vorsätzliche Tötung Freiheitsberaubung Notwehrexzess konkrete Gefahr

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGE 117 IV 426
Dabei genügt Eventualvorsatz (BGE 117 IV 426 E.
BGE 114 IV 9
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 66 al. 1 LTF

This article governs the imposition of court costs since the appeal was dismissed.

Art. 139 Ziff. 3 StGB

This article defines the qualified robbery offense concerning putting the victim's life in danger, for which the appellant was convicted.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (74)

6B_108/2026 (2026-07-15)
Conviction for endangering life by pressing a butcher's knife against a victim's neck under Article 129 SCC
«…ou à un simple mouvement imprudent ou incontrôlé de l'auteur pourrait avoir des conséquences mortelles (en ce sens [ATF 117 IV 427](https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_d…»
6B_956/2024 (2025-10-22)
Inadmissibility of criminal appeal regarding the endangerment of life by holding a knife to the victim's neck due to insufficient motivation.
«…collection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-IV-8%3Ade&number_of_ranks=0#page8); [117 IV 427](https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_d…»
6B_385/2024 (2024-09-30)
«…ge Lebensgefahr voraus (vgl. Urteil 6B_797/2020 vom 31. Januar 2022 E. 4.3.4 mit Hinweis auf BGE 120 IV 113 E. 1b und 117 IV 427 E. 3b/aa). In subjektiver Hinsicht muss der Täter erkennen, dass er das Opfer mit seinem Vorgehen in Lebensgefahr bring…»
P/11376/2022 (2024-09-13) · ge
Attempted Aggravated Armed Robbery and Weapons Offenses
«…on P/11376/2022 - 66 - mortelle (ATF 117 IV 427 consid. 3b p. 428). En ce qui concerne la cruauté, la jurisprudence exige que l'auteur inflige des lésions, des souffra…»
SST.2023.140 (2024-03-11) · ag
Qualified Robbery and Home Invasion Conviction Upheld
«…g oder Gewaltanwendung, zum Beispiel durch eine Fesselung oder Knebelung, an der das Opfer zu ersticken droht (vgl. BGE 117 IV 427 E. 3.b.bb; Urteil des Appellations- gerichts Basel-Stadt vom 7. Februar 2003 in: SJZ 2004 S. 472). In subjektiver Hinsi…»
SST.2023.141 (2024-03-11) · ag
Qualified Robbery Conviction Affirmed; Danger Reclassified as Life-Threatening Due to Victim Restraint
«…g oder Gewaltanwendung, zum Beispiel durch eine Fesselung oder Knebelung, an der das Opfer zu ersticken droht (vgl. BGE 117 IV 427 E. 3.b.bb; Urteil des Appellations- gerichts Basel-Stadt vom 7. Februar 2003 in: SJZ 2004 S. 472). In subjektiver Hinsi…»
SST.2023.142 (2024-03-11) · ag
Aggravated Robbery and Trespassing Conviction Upheld, Speedy Trial Violation Leads to Sentence Reduction
«…g oder Gewaltanwendung, zum Beispiel durch eine Fesselung oder Knebelung, an der das Opfer zu ersticken droht (vgl. BGE 117 IV 427 E. 3.b.bb; Urteil des Appellationsgerichts Basel-Stadt vom 7. Februar 2003 in: SJZ 2004 S. 472). In subjektiver Hinsich…»
P/10607/2018 (2023-07-13) · ge
Appeals Court Modifies Aggravated Robbery Convictions and Sentences
«…ement concret de l'auteur sont décisifs pour déterminer si la victime a couru un risque réel de lésions mortelles (ATF [117 IV 427](https://justice.ge.ch/apps/decis/fr/decis/search?query=117%20IV%20427) consid. 3b et 419 consid. 2). **2.3.1.** En l'…»
Jug.2023.210 (2023-05-10) · vd
Prosecutor Appeal Upheld: Aggravated Robbery Conviction and Expulsion Ordered
«…nt concret de l’auteur sont décisifs pour déterminer si la victime a couru un risque réel de lésions mortelles (cf. ATF 117 IV 427 consid. 3b/aa). Le fait de positionner une lame acérée à proximité immédiate de la gorge d’une victime, ou directement…»
27----------- (2023-02-23) · vd
State v. Appellant (Coercion and Endangering Life)
«…u fait que ce soit le côté tranchant ou non qui est apposé contre le cou de la victime (TF 6B\_298/2014 consid. 5 ; ATF 117 IV 427 consid. 3, JdT 1994 IV 2). Ainsi, la menace effectuée au moyen d'un poignard acéré placé à 10-20 cm du cou de la victim…»
SK 2022 16 (2023-01-25) · be
Bernese Supreme Court Upholds Conviction for Qualified Robbery and Weapons Violation in Bakery Heist
«…jurisprudence a même retenu dans des cas comparables la circonstance aggravante de l’art. 140 ch. 4 CP (ATF 117 IV 427 consid. 3b)aa ; arrêts du Tribunal fédéral 6B _28/2016 du 10 octobre 2016 consid. 4.5 et 6B_219/2009 du 1…»
P/22948/2021 (2022-11-03) · ge
Appellant v. State: Aggravated Robbery Conviction and Expulsion Order Upheld
«…elle constitue, selon la jurisprudence, objectivement une mise en danger de sa vie au sens de l'art. 140 ch. 4 CP (ATF [117 IV 427](https://justice.ge.ch/apps/decis/fr/decis/search?query=117%20IV%20427) consid. 3b/aa ; arrêt du Tribunal fédéral [6B\_…»
6B_789/2020 (2022-01-31)
«…aheliegende, konkrete, eine unmittelbare, akute, eine hochgradige Lebensgefahr erforderlich ( BGE 120 IV 113 E. 1b und 117 IV 427 E. 3b/aa zu Art. 139 Ziff. 3 aStGB). Diese Voraussetzung gilt beim Einsatz von Schusswaffen als erfüllt, wenn die aus k…»
6B_797/2020 (2022-01-31)
«…aheliegende, konkrete, eine unmittelbare, akute, eine hochgradige Lebensgefahr erforderlich ( BGE 120 IV 113 E. 1b und 117 IV 427 E. 3b/aa zu Art. 139 Ziff. 3 aStGB). Diese Voraussetzung gilt beim Einsatz von Schusswaffen als erfüllt, wenn die aus k…»
6B_257/2021 (2021-12-22)
«…t concret de l'auteur sont décisifs pour déterminer si la victime a couru un risque réel de lésions mortelles (cf. ATF 117 IV 427 consid. 3b/aa). Le fait de positionner une lame acérée à proximité immédiate de la gorge d'une victime, ou directement…»

Volltext

Urteilskopf

117 IV 427

73. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 7. November 1991 i.S. I. gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich (Nichtigkeitsbeschwerde)

Regeste

Art. 139 Ziff. 3 StGB; In-Lebensgefahr-Bringen des Opfers.

Bei der Auslegung des Qualifikationsgrundes ist entscheidend, ob aufgrund der Tatumstände und des tatsächlichen Verhaltens des Täters die konkrete Gefahr einer tödlichen Verletzung des Opfers sehr nahe liegt. Dies trifft zu, wenn der Täter dem Opfer kaum ausreichend Luft zum Atmen lässt und ihm gleichzeitig ein Messer an die Kehle hält.

Sachverhalt ab Seite 428

BGE 117 IV 427 S. 428

Am 22. Juni 1990 beraubten I. und G. den S. in dessen Wohnung in Zürich. I. nahm den S. in den "Schwitzkasten" und drohte, wenn er nicht ruhig sei, "kriege er bald keine Luft mehr". Gleichzeitig hielt er ihm ein Messer an die Kehle.

Das Obergericht des Kantons Zürich sprach die Täter unter anderem des qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 139 Ziff. 3 StGB (In-Lebensgefahr-Bringen des Opfers) schuldig. Das Bundesgericht weist eine gegen diesen Schuldspruch gerichtete Nichtigkeitsbeschwerde des I. ab.

Erwägungen

Aus den Erwägungen:

3. b) aa) Gemäss Art. 139 Ziff. 3 StGB ist die Strafe unter anderem dann Zuchthaus nicht unter fünf Jahren, wenn der Täter das Opfer in Lebensgefahr bringt. Erforderlich ist eine naheliegende, konkrete, eine unmittelbare, akute, eine hochgradige Lebensgefahr. Ob diese Voraussetzung erfüllt ist, bestimmt sich nach objektiven Kriterien, und es ist unerheblich, inwieweit der Täter seine Drohung auch verwirklichen würde. In subjektiver Hinsicht muss er aber erkennen, dass er das Opfer mit seinem Vorgehen in Lebensgefahr bringt. Sein Vorsatz muss sich also auf die Verwirklichung der Todesgefahr richten. Dabei genügt Eventualvorsatz (BGE 117 IV 426 E. d).

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann der Einsatz einer Stichwaffe geeignet sein, eine solche Lebensgefahr zu schaffen, wenn beispielsweise ein Dolch mit einer scharfen Spitze in einem Abstand von einigen Zentimetern gegen den Hals oder quer dazu gehalten wird und deshalb die Gefahr besteht, dass wegen eines Handgemenges oder einer geringfügigen Bewegung des Opfers oder des Täters eine lebensgefährliche Verletzung eintritt (vgl. BGE 114 IV 9 ff.).

BGE 117 IV 427 S. 429

bb) Die Vorinstanz ging davon aus, bei einem Raub lasse sich das Geschehen, namentlich wenn es zu einem Gerangel zwischen Tätern und Opfer komme, nicht kontrollieren; auch wenn im vorliegenden Fall nur die stumpfe Seite der Schneide gegen die Kehle des Opfers gerichtet gewesen sei, habe es lediglich einer Reflexbewegung eines Beteiligten bedurft, "um das Messer bzw. die Klinge mit der Spitze in den Hals eindringen zu lassen und dabei die Schlagader des Opfers zu verletzen"; zudem habe der Geschädigte im Schlafzimmer "kaum ausreichend Luft zum Atmen" gehabt; es liege auf der Hand, dass in einer solchen Situation mit "dem Eindringen der Klinge in die Kehle bei einer Reflexbewegung" zu rechnen gewesen sei.

In Anwendung der neuesten Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Lebensgefahr ist im vorliegenden Fall der Schuldspruch gemäss Art. 139 Ziff. 3 StGB nicht zu beanstanden. Lebensgefahr bestand ganz klar insbesondere in der letzten Phase des Geschehens, als der Geschädigte nach der verbindlichen Feststellung der Vorinstanz "kaum ausreichend Luft zum Atmen" hatte und ihm der Beschwerdeführer erneut das Messer an die Kehle hielt; dass eine solche Situation für einen um Luft Ringenden unmittelbar und hochgradig lebensgefährlich ist, kann im Ernst nicht bezweifelt werden. Gegen diese Betrachtungsweise vermag die Beschwerde denn auch nichts vorzubringen.

In subjektiver Hinsicht ist ohne weiteres davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die durch sein Verhalten eingetretene Lebensgefahr für das Opfer erkannte. Folglich sprach ihn die Vorinstanz zu Recht wegen lebensgefährlichen Raubes im Sinne von Art. 139 Ziff. 3 StGB schuldig.