# 94.95.04 — Appealability Determined by Principal Claim Value Excluding Accessory Interest

**Geschäftsnummer:** 94.95.04
**Citation:** REB UR 94.95.04
**Gericht / Behörde:** Gerichte des Kanton Uri
**Entscheiddatum:** 1996-04-24
**Ausgang:** Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
**Canonical Legislator URL:** https://docs.legislator.ch/de/sources/court-decision/ch-ur/UR_REB_001_94-95-04_1996-04-24/appealability-determined-by-principal-claim-value-excluding-accessory-interest
**Official Source URL:** https://www.ur.ch/_doc/37458
**Entscheidsuche Mirror:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_REB_001_94-95-04_1996-04-24.pdf

## Zusammenfassung (Sachverhalt & Erwägungen)

The court addressed the appealability of a lower court decision by examining the relevant statutory threshold for the dispute's value, which must be determined solely based on the value at the time the challenged decision was rendered, irrespective of later claims or reasoning. Specifically, the court held that under the relevant procedural code, interest claims—unless they constitute independent demands—are categorically excluded from the calculation of the dispute value for determining appealability, including arrears and capitalized interest, as interest is generally considered accessory to the disputed principal claim. Since the principal claim alone did not meet the jurisdictional threshold required for an appeal, the court dismissed the appeal.

## Leitsatz / Regeste

Art. 250 Abs. 1 lit. b ZPO; Art. 15 Abs. 3 ZPO; Art. 250 Abs. 1 ZPO; Art. 15 Abs. 4 ZPO — Art. 250 Abs. 1 lit. b ZPO: The appeal was not accepted because the capital claim did not reach the threshold required by this article for appealability. Art. 15 Abs. 3 ZPO: This article regarding the exclusion of interest from the calculation of the amount in dispute was used to determine that the required threshold was not met. Art. 250 Abs. 1 ZPO: Cited to establish the general rule regarding the availability of appeal against a decision.

## Rechtsfragen & angewandte Gesetzesbestimmungen

### 1. Art. 250 Abs. 1 lit. b ZPO

The appeal was not accepted because the capital claim did not reach the threshold required by this article for appealability.

### 2. Art. 15 Abs. 3 ZPO

This article regarding the exclusion of interest from the calculation of the amount in dispute was used to determine that the required threshold was not met.

### 3. Art. 250 Abs. 1 ZPO

Cited to establish the general rule regarding the availability of appeal against a decision.

### 4. Art. 15 Abs. 4 ZPO

Cited to confirm that admissibility of an appeal depends on the value in dispute at the time the challenged decision was rendered.

## Volltext des Entscheids

94/95 4 Art. 15 Abs. 3 ZPO. Bedeutung der Zinsen für die Streitwertberechnung.
Obergericht, 24. April 1996, OG-Z-5/96

Aus den Erwägungen:

     1. Gegen den Entscheid des Landgerichtspräsidenten steht der Rekurs zu, soweit die Zivilpro-
zessordnung den Entscheid nicht als endgültig bezeichnet oder den Rechtsmittelweg anders ord-
net (Art. 250 Abs. 1 Zivilprozessordnung, ZPO, RB 9.2211). Rechtsöffnungsstreitigkeiten, deren
Streitwert 4'000.-- Franken nicht übersteigt, entscheidet der Landgerichtspräsident endgültig (Art. 8
Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 250 Abs. 1 lit. b ZPO).
     Es ist von Amtes wegen zu prüfen, ob der für die Rekursfähigkeit geforderte Streitwert gege-
ben ist. Dabei vermag eine (allfällig) fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung ein nicht gegebenes
Rechtsmittel nicht zu schaffen (BGE 108 III 25 f.).
     a) Die Zulässigkeit eines Rechtsmittels richtet sich nach dem Streitwert, der beim Erlass des
angefochtenen Entscheids massgebend war (Art. 15 Abs. 4 ZPO). Bei der Berechnung des Streit-
werts im Zusammenhang mit der Ergreifung eines Rechtsmittels ist somit nicht auf die mit dem
Rechtsmittel gestellten Begehren oder auf die Urteilsbegründung des erstinstanzlichen Richters
abzustellen, sondern ausschliesslich auf den Streitwert bei der Fällung des angefochtenen Ent-
scheids (vgl. Studer/Rüegg/Eiholzer, Der Luzerner Zivilprozess, Kriens 1994, N 5 zu § 19 m.H.).
     b) Zinsen sind, soweit sie akzessorisch zu einer streitigen Kapitalforderung und nicht als ei-
genständige Forderung geltend gemacht werden, ausnahmslos nicht in die Streitwertberechnung
einzubeziehen (Art. 15 Abs. 3 ZPO). Dies gilt ebenso für rückständige Zinsen, Zinsverluste und
zum Kapital aufgerechnete Zinsen, bei Forderungen aus Wertpapieren auch für den Gegenstand
der ihnen beigegebenen Coupons (BGE 61 II 335 E. 1, 31 II 795). Nicht akzessorisch sind hinge-
gen jene Zinsen, die Berechnungskomponenten für Regressforderungen oder für Forderungen aus
ungerechtfertigter Bereicherung darstellen und in diesen neuen Hauptforderungen aufgegangen
sind (BGE 118 II 364 m.H.). Entscheidend unter dem Gesichtspunkt von Art. 15 Abs. 3 ZPO ist
dabei allein das Merkmal der Akzessiorietät zur eingeklagten Hauptforderung. Dabei ist es uner-
heblich, ob es sich hiebei um vertragliche oder gesetzliche Zinsen handelt. Beide Zinsen dienen
dazu, den Gläubiger schadlos zu halten, und beide sind einer Hauptforderung zugeordnet, von der
sie abhängen (vgl. Studer/Rüegg/Eiholzer, a.a.O., N 4 zu § 18; Leuch/Marbach/Kellerhals, Die
Zivilprozessordnung für den Kanton Bern, Bern 1995, N 2 zu Art. 138; Max Kummer, Grundriss
des Zivilprozessrechts, Bern 1984, S. 110; BGE 118 II 363 f. m.H.).
     Da vorliegend die Kapitalforderung allein die von Art. 250 Abs. 1 lit. b ZPO verlangte Streit-
wertgrenze nicht erreicht, ist auf den Rekurs nicht einzutreten.
