# PVG 2024 17 — Public Procurement Award Review and GAV Compliance Auditing Limitations

**Geschäftsnummer:** PVG 2024 17
**Citation:** VG GR PVG 2024 17
**Gericht / Behörde:** Verwaltungsgericht (Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG))
**Entscheiddatum:** 2024-12-31
**Canonical Legislator URL:** https://docs.legislator.ch/de/sources/court-decision/ch-gr/GR_VG_006_PVG-2024-17_2024-12-31/public-procurement-award-review-and-gav-compliance-auditing-limitations
**Official Source URL:** https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/PVG_2024_17_ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976eaa2635e510e5f3861171d097f7153993c416e4a72e3674d549aa57254f14175edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de?path=ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976eaa2635e510e5f3861171d097f7153993c416e4a72e3674d549aa57254f14175edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=PVG_2024_17
**Entscheidsuche Mirror:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2024-17_2024-12-31.pdf

## Zusammenfassung (Sachverhalt & Erwägungen)

The case involved a public contract award for electrical installations where the second-place bidder challenged the award, alleging the winning consortium member had previously violated collective labor agreement (GAV) provisions, necessitating exclusion. The court determined that neither the awarding authority nor the administrative court has the obligation or right to conduct detailed payroll audits of bidders; instead, the administrative court must conduct a summary examination of GAV compliance, relying on substantiated documentation from the parties or prior rulings from the relevant parity commission or civil courts, as conducting in-depth audits within the scope of public procurement review is impractical due to resource constraints and complexity.

## Leitsatz / Regeste

The case involved a public contract award for electrical installations where the second-place bidder challenged the award, alleging the winning consortium member had previously violated collective labor agreement (GAV) provisions, necessitating exclusion. The court determined that neither the awarding authority nor the administrative court has the obligation or right to conduct detailed payroll audits of bidders; instead, the administrative court must conduct a summary examination of GAV compliance, relying on substantiated documentation from the parties or prior rulings from the relevant parity commission or civil courts, as conducting in-depth audits within the scope of public procurement review is impractical due to resource constraints and complexity.

## Volltext des Entscheids

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      Submission
      Submissiun
      Appalti

17    Einhaltung der GAV-Bestimmungen. Lohnbuchkontrolle.
          Es besteht keine Pflicht resp. Berechtigung der Vergabebehörde oder des
           Verwaltungsgerichts, bei Anbietern Lohnbuchkontrollen durchzuführen
           (E.4.4).
          Das Verwaltungsgericht hat eine summarische Prüfung der Einhaltung der
           GAV-Bestimmungen vorzunehmen; dabei ist auf substantiierte Unterlagen
           der Parteien oder Urteile der er Paritätischen Landeskommission der
           Schweizerischen Elektrobranche (PLK) resp. Zivilgerichte betreffend
           Lohnbuchkontrolle abzustellen (E.4.4).

      Osservanza delle disposizioni del CCL. Controllo dei libri paga.
        Non sussiste alcun obbligo né diritto da parte dell'autorità committente o del
         Tribunale amministrativo di eseguire controlli dei libri di paga presso gli
         offerenti (consid. 4.4).
          Il Tribunale amministrativo effettua un esame sommario dell'osservanza
           delle disposizioni del CCL, facendo, a tal fine, riferimento alle prove
           circostanziate dalle parti o a sentenze della Commissione Paritetica
           Nazionale per il ramo svizzero elettrico (CPN) risp. dei tribunali civili relative
           al controllo dei libri paga (consid. 4.4).

Aus dem Sachverhalt:
      1.    Am 11. November 2020 schrieb die Gemeinde B._____ für das
Bauvorhaben Alterszentrum G._____ in B._____ die Elektroinstallationen Starkstrom
(BKP 232) im offenen Verfahren aus.
      2.      Mit Vergabeentscheid vom 4. Februar 2021 (Beschluss des Gemeinde-
vorstands B._____ vom 1. Februar 2021) erteilte die Gemeinde B._____ der ARGE
C._____ c/o D._____ AG den Zuschlag für die Elektroinstallationen Starkstrom (BKP
232) als wirtschaftlich günstigstes Angebot zum Preis von CHF 1'572'377.55 (recte:
CHF 1'572'377.45).
       3.    Dagegen erhob die zweitplatzierte A._____ AG (nachfolgend
Beschwerdeführerin) am 18. Februar 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden (Verfahren U 21 14). […]. Die Beschwerdeführerin begründete
ihre Anträge im Wesentlichen damit, dass die Zuschlagsempfängerin bzw. eine ihrer
ARGE-Mitglieder in der Vergangenheit gegen die Bestimmungen des



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Gesamtarbeitsvertrags (GAV) verstossen habe, weshalb das Angebot vom
Vergabeverfahren hätte ausgeschlossen werden müssen. [...].
     12.   Mit Urteil vom 24. Juni 2021 wies das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden die Beschwerde vom 18. Februar 2021 ab. […].
       13.      Die gegen das am 24. Juni 2021 ergangene Urteil erhobene Beschwerde
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten hiess das Bundesgericht mit Urteil
2C_608/2021 vom 11. Mai 2022 gut, soweit es darauf eintrat. Es hob das Urteil des
Verwaltungsgerichts U 21 14 vom 24. Juni 2021 auf (Ziffer 1 des Urteilsdispositivs)
und wies die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an das Verwaltungsgericht
zurück (Ziffer 3 des Urteilsdispositivs). Das Bundesgericht erwog im Wesentlichen, es
liege eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 11 lit. e IVöB vor, weshalb die
Angelegenheit aufgrund formeller Mängel an die Vorinstanz zurückzuweisen sei. Die
Vorinstanz habe zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin, d.h. die
Zuschlagsempfängerin, die massgeblichen Bestimmungen betreffend Arbeitsschutz
und Arbeitsbedingungen im Zeitpunkt der Zuschlagserteilung eingehalten habe (vgl.
Art. 22 lit. g und Art. 22 lit. e SubG) oder allenfalls die Rechtswidrigkeit des Zuschlags
festzustellen (Urteil des Bundesgerichts 2C_608/2021 vom 11. Mai 2022 E.4.4.5 und
4.5).

Aus den Erwägungen:
        4.4. Weder die Vergabebehörde noch das Verwaltungsgericht sind dazu
verpflichtet oder gar berechtigt, bei Anbietern Lohnbuchkontrollen durchzuführen.
Vielmehr obliegt eine solche Überprüfung der zuständigen PLK resp. der zuständigen
Rechtsmittelinstanz. Zu diesem Schluss gelangte auch die Beschwerdeführerin im
Verfahren U 20 75 (vgl. Vernehmlassung an das Bundesgericht vom 30. August 2021,
Rz. 31 ff.). Denn dem Verwaltungsgericht fehlt es für die Durchführung einer
Lohnbuchkontrolle an den dafür erforderlichen fachlichen als auch zeitlichen
Ressourcen. Realitätsfremd wäre eine eingehende Überprüfung jedes Anbieters auf
die Einhaltung der GAV im Rahmen des Submissionsverfahrens aufgrund des
Umfanges und der inhärenten Komplexität, sind Submissionsbeschwerden doch von
vornherein beförderlich zu behandeln. So hat das Gericht vielmehr auf substantiierte
Unterlagen der Parteien oder Urteile der PLK resp. der Zivilgerichte betreffend
Lohnbuchkontrollen abzustellen. Liegen solche Urteile nicht vor, obliegt es dem
Verwaltungsgericht, von den Parteien eingebrachte Beweisunterlagen, die allfällige
Verfehlungen substantiiert darlegen, summarisch zu prüfen, wobei es die
Stellungnahmen der Parteien dazu einholt. Unbestimmte Anzeigen und vage
Verdächtigungen gereichen für eine solche summarische Prüfung nicht.



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U 22 46                                         Urteil vom 26. März 2024

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde    in   öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten ist noch hängig (2D_10/2024).




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